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Deutschland/Welt Er ist wieder da: Thilo Sarrazin soll SPD im Wahlkampf helfen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Er ist wieder da: Thilo Sarrazin soll SPD im Wahlkampf helfen
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12:40 31.03.2019
Immer noch Mitglied der SPD: THilo Sarrazin Quelle: Michael Kappeler/dpa
Erfurt

Der Quälgeist der SPD ist wieder da. Der umstrittene Autor Thilo Sarrazin tritt auf Einladung eines SPD-Landtagsabgeordneten kurz vor der Europawahl in Erfurt auf. Viele Genossen sind darüber massiv verärgert.

Mehrfach hat die SPD versucht, Berlins ehemaligen Finanzsenator aus der Partei zu schmeißen. Gelungen ist es bisher nicht. Sarrazin ist vor allem wegen seiner Islam-feindlichen Äußerungen umstritten.

Nun soll er am 22. Mai – vier Tage vor der Europawahl und fünf Monate vor der Landtagswahl in Thüringen – in Erfurt aus seinem Buch „Feindliche Übernahme“ vorlesen und anschließend ein Streitgespräch mit Suleman Malik (33) von der Erfurter Ahmadiyya-Moschee-Gemeinde führen, berichtet die „Thüringer Allgemeine“. Eingeladen hat ihn der SPD-Abgeordnete Oskar Helmerich.

Sarrazin soll AfD-Wähler für die SPD begeistern

Tilo Sarrazin spricht vielen Menschen aus dem Herzen, die sich auf Grund einer Schweigespirale oft nicht mehr zu sagen trauen, was die denken“, sagte Helmerich zur Begründung. Mit dem Auftritt könne die Thüringer SPD um die Wähler werben, die zur AfD abgewandert sind, so sein Argument.

Doch an der SPD-Spitze kommt das Vorhaben nicht gut an: „Die Buchvorlesung ist ein unabgesprochener Alleingang von Oskar Helmerich, keine Veranstaltung der Thüringer SPD“, twitterte Thüringens SPD-Chef Wolfgang Tiefensee. Er distanzierte sich „ausdrücklich und scharf“ von Sarrazin und dessen islamfeindlichen Äußerungen, so der ehemalige Bundesverkehrsminister weiter. Man müsse bisherige AfD-Wähler durch kritische Auseinandersetzung, „nicht durch Anbiederung“ zurückgewinnen.

Patzelt lobt Einladung an Sarrazin

Lob gab es hingegen vom politischen Gegner –in Person des Politikwissenschaftlers Werner Patzelt, der inzwischen den Wahlkampf der CDU in Sachsen leitet und früher die AfD beraten hat. Er bezeichnete die Einladung gegenüber der „Thüringer Allgemeinen“ als „Coup“. Sarrazin habe als einer der ersten Politiker die Probleme beschrieben, um die herum später die AfD groß geworden sei.

Helmerich gehörte selbst bis 2015 der AfD an und verdankt der Partei auch sein Landtagsmandat. Nach dem Weggang von Bernd Lucke rückte er immer weiter der Partei ab, bis er sich schließlich 2016 in die SPD-Landtagsfraktion aufnehmen ließ.

SPD liegt in Thüringen in Umfragen hinter der AfD

In Umfragen werden der SPD Thüringen für die Landtagswahl im Oktober etwa elf Prozent vorhergesagt, die AfD liegt bei etwa 20 Prozent.

Mehr lesen:
Wahlkampf der Genossen – Nur mal schnell die SPD retten

Von RND/cb

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