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Deutschland/Welt „Er fiel ungebremst auf den Kopf“: Was zum Angriff auf Frank Magnitz bekannt ist
Nachrichten Politik Deutschland/Welt „Er fiel ungebremst auf den Kopf“: Was zum Angriff auf Frank Magnitz bekannt ist
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20:23 09.01.2019
Die AfD hat ein Foto des schwer verletzten Frank Magnitz veröffentlicht. Quelle: dpa/AfD/Montage RND
Bremen

Der bei einer Prügelattacke in Bremen verletzte AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz (66) hat sich am Mittwochmittag selbst aus dem Krankenhaus entlassen. „Zu Hause heilen meine Verletzungen besser“, sagte Magnitz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Entgegen den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft glaubt Magnitz nach wie vor daran, mit einem Schlagwerkzeug attackiert worden zu sein. „Sonst könnte ich mir die Vielzahl der Verletzungen nicht erklären“, sagte Magnitz. Der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft Frank Passade hingegen verweist gegenüber dem RND auf das „umfangreiche Videomaterial“, das den Tathergang deutlich zeige.

Das ist auf dem Video der Prügel-Attacke zu sehen

Drei kapuzentragende Täter hätten Magnitz mit einigem Abstand in die Passage verfolgt. Sie hätten angefangen zu rennen, dann sprang einer der drei Magnitz in den Rücken. Sein angewinkelter Oberarm traf den Abgeordneten im Nacken. Direkt nach diesem Sprung seien die Drei geflohen. Die Aufnahmen zeigen auch, dass Magnitz die Hände in den Hosentaschen behielt und den Sturz nicht aufhalten konnte. „Er fiel daher ungebremst auf den Kopf“, sagte Passade.

Kantholz oder so ähnlich“

Ebenfalls auf dem Video sind die beiden Bauarbeiter zu sehen, die den Tathergang aus der Distanz beobachten, dann zu Magnitz laufen und den Krankenwagen alarmieren. Sie seien am Dienstag vernommen worden.

Ob die Zeugen auch gegenüber den Ermittlern von einem Schlag-Gegenstand sprachen, konnte Passade nicht sagen. Nach Aussage von Magnitz habe einer der Bauarbeiter gesagt, „da war ein Kantholz oder so ähnlich im Spiel“. Möglich wäre auch, dass der Zeuge aus der Distanz den angewinkelten Arm mit einem Gegenstand verwechselt hat.

AfD nennt Attacke „Mordanschlag“

Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung. Die AfD-Fraktionen von Bund und Ländern sprachen auch am Mittwoch weiter von einem „Mordanschlag“ auf Magnitz.

Video widerspricht der AfD-Darstellung

Magnitz war am späten Montagnachmittag attackiert worden. Am späten Montagabend hatte die AfD Bremen eine Pressemitteilung auf Facebook veröffentlicht, in der sehr detailliert und ohne Zweifel ein Tathergang geschildert wurde. Magnitz sei „von drei vermummten Männern“ angegriffen und „mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen worden“. Die Täter „traten weiter gegen seinen Kopf, als er bereits am Boden lag“.

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Weder von der Vermummung noch von dem Kantholz oder den Tritten ist etwas auf dem Videomaterial zu sehen. Die Schilderung der AfD beruhte allein auf Berichten aus zweiter Hand. Magnitz hat selbst keine Erinnerung an die Tat oder die Zeit danach. Er schildert dem RND, wie einer der Bauarbeiter ihn an die Wand lehnt und zuerst fragt, ob ihm Handy und Geldbörse fehlen. Beides war an seinem Platz. Dann berichtet der Mann von „drei Typen“, die ihn überfallen hätten. Alle führenden AfD-Kader übernahmen und bestätigten diese Darstellung. Bis zur gegenteiligen Meldung der Polizei fand das „Kantholz“ seinen Weg in viele Medien.

Entsetzen, Empörung und viele offene Fragen: Die genauen Hintergründe für die Attacke auf den Bremer AfD-Landeschef Frank Magnitz sind noch unklar. Die Polizei geht von einem politischen Motiv aus. Attacken mussten auch schon andere Politiker hinnehmen – die Motive waren unterschiedlich.

Von Jan Sternberg/RND

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