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Deutschland/Welt Senatorin „Pocahontas“ schlägt mit Gentest gegen Trump zurück
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Senatorin „Pocahontas“ schlägt mit Gentest gegen Trump zurück
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08:22 16.10.2018
Senatorin Elizabeth Warren setzt sich gegen US-Präsident Donald Trump ein, der sie schon mehrfach als „Pocahontas“ bezeichnete. Quelle: AP Photo/J. Scott Applewhite
Washington

Pocahontas war eine Häuptlingstochter, die im frühen 17. Jahrhundert in den Konflikten zwischen den ersten englischen Kolonisten und ihrem Stamm im heutigen Virginia vermittelte. Um ihre Person ranken sich mittlerweile so viele Geschichten und Legenden, dass sie manchem heutigen Amerikaner als Mitbegründerin der Nation gilt.

Wenig Respekt vor der berühmten Ureinwohnerin zeigt dagegen der US-Präsident. Schon seit Jahren verspottet Donald Trump die Senatorin Elizabeth Warren als „Fake Pocahontas“, da sie sich auf indianische Wurzeln beruft, ohne das Familienerbe in Dokumenten offiziell nachweisen zu können.

Viele Beobachter wunderten sich, warum Trump ausgerechnet gegen diese Vertreterin des stramm-linken Flügels der Demokratischen Partei so energisch wettert, obwohl Warren erst 2012 einen Sitz im Senat gewann und lange Zeit eher als Außenseiterin galt.

Angesichts der wachsenden Polarisierung in der US-Politik wandeln sich die Einschätzungen jedoch spürbar: Im Frühjahr 2016 besaß Warren ernsthafte Chancen, von Hillary Clinton als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin nominiert zu werden, und nach der Wahl entwickelte sich die Juristin zur lautstarken Kritikerin des Präsidenten. Ganz unumwunden nannte sie Trump einen Betrüger - unter anderem wegen seiner undurchsichtigen Geschäftsmethoden. Als langjährige Professorin - unter anderem an der Harvard-Universität - verübelte sie es dem Immobilienmogul insbesondere, dass er eine „Trump-Universität“ aufbaute, die mit sogenannten Lockvogelangeboten junge Leute anziehen sollte. Tatsächlich befand ein New Yorker Gericht Trump 2014 für schuldig, verschiedene Richtlinien für Bildungsinstitute verletzt zu haben. Unmittelbar nach seiner Wahl zum Präsidenten zahlte er zudem mehr als 20 Millionen Euro, um die Einstellung sämtlicher Gerichtsverfahren zu erreichen, die im Zusammenhang mit seiner Affäre um die vermeintliche Trump-Universität standen.

Trump: „Wen interessiert das?“

Eine Niederlage, die den Wahlgewinner offenbar nachhaltig schmerzt: Der 72-Jährige rächt sich seitdem mit üblen Angriffen auf Warren, indem er ihr unter anderem vorwirft, sich auf indianische Vorfahren berufen zu haben, um einen Studienplatz an einer renommierten Universität zu erhalten. Ein Vorwurf, der sich schnell als unhaltbar herausstellte, da Warren nachweislich nur aufgrund ihrer guten Leistungen einen Studienplatz erhielt.

Als Trump vor wenigen Monaten seiner parteipolitischen Gegnerin auf einer Wahlkampfveranstaltung gar eine Spende in Höhe von einer Million Dollar (umgerechnet 860.000 Euro) anbot, sollte sie sich einem Gentest unterziehen, platzte Warren der Kragen: Die 69-Jährige nahm den Präsidenten beim Wort und beauftragte den Genwissenschaftler Carlos Bustamante von der Stanford-Universität in Kalifornien mit der Untersuchung ihrer persönlichen DNA. Das Ergebnis: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit befindet sich unter Warrens Vorfahren neben vielen Europäern auch eine Ureinwohnerin - offenbar in der sechsten, vielleicht in der zehnten Generation.

Auf das Ergebnis des Wissenschaftlers angesprochen, zeigte sich Trump am Montag im Gespräch mit Journalisten unbeeindruckt. Wörtlich sagte Trump: „Wen interessiert das?“ Im übrigen habe er Warren niemals eine Million Dollar angeboten.

Das letzte Wort in der Auseinandersetzung zwischen Trump und Warren dürfte damit aber noch nicht gesprochen sein. Wie es in Kreisen der Demokratischen Partei heißt, will sich Warren wohl auch auf höchster Ebene mit dem politischen Quereinsteiger messen: im nächsten Präsidentschaftswahlkampf.

Von Stefan Koch/RND

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