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Deutschland/Welt El Chapo – besser als Netflix
Nachrichten Politik Deutschland/Welt El Chapo – besser als Netflix
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16:56 16.01.2019
„Spannender als jede Netflix-Serie: Wagner Moura als kolumbianischer Drogenkönig Pablo Escobar in der Serie "Narcos". Quelle: dpa
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New York

Der Prozess gegen „El Chapo“ ist spannender als jede Narcos-Kartell-Serie auf Netflix.Seit zwei Monaten bekommt die Weltöffentlichkeit im Verfahren gegen Joaquín Guzmán, den einstmals meistgesuchten Drogenboss der Welt, einzigartige Einblicke in die Welt des organisierten Verbrechens in Mexiko und Lateinamerika. In den mehr als 20 Verhandlungstagen haben Zuschauer und Journalisten Details über ein Verbrechens­imperium erfahren, das Milliardenumsätze generiert, man weiß nun, wie und wo Guzmán und seine Organisation ihr Kokain bezogen, wie hoch die Gewinnspannen waren und vermutlich noch immer sind. Auch weiß man nun mehr über die Abermillionen Dollar an Schmiergeldern, mit denen sich die Sinaloa-Bosse ihre Freiheit und ihren Schutz erkauften. Am Dienstag sagte der elfte der 16 Zeugen der Anklage aus und erhob gegen den früheren mexikanischen Präsidenten einen Vorwurf. Der Kolumbianer Alex Cifuentes, über Jahre ein enger Mitarbeiter von „El Chapo“, behauptete, der im vergangenen Dezember aus dem Amt geschiedene Staatschef Enrique Peña Nieto habe über Mittelsmänner 100 Millionen Dollar von „El Chapo“ erhalten.

Diese Aussage bestätigt anscheinend, was Experten schon seit Jahren mutmaßen: „El Chapo“, „Der Kleine“, konnte nur ein ganz Großer im Drogenbusiness werden, weil mexikanische Behörden und Politiker ihn gewähren ließen und unterstützten. Dafür ließen sie sich bezahlen: Das Kartell soll laut einem weiteren Zeugen jeden Monat unvorstellbare eine Million Dollar für Bestechungsgelder ausgegeben haben.

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Klaus Ehringfeldarbeitet als Mittelamerika-Korrespondent in ­Mexiko-Stadt.

Von Klaus Ehringfeld

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