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Deutschland/Welt EU und Deutschland fordern mehr für Klimaschutz
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16:50 12.12.2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: afp
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Derweil demonstrierten in der Kopenhagener Innenstadt Zehntausende für ehrgeizige Klimaschutzziele und Finanzzusagen der Industrieländer.

Merkel lehnte weitere deutsche und europäische Vorleistungen strikt ab. „Wir werden nicht zulassen, dass Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten weit vorangehen beim Klimaschutz, andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument, weniger Kosten für den Klimaschutz“, sagte Merkel und fügte hinzu: „Das ist mit mir nicht zu machen und deshalb brauchen wir ein globales Abkommen.“ Sie mahnte konkrete Ziele nicht nur bis zum Jahr 2020, sondern auch für die Zeit bis 2025 und 2030 an.

Auch der schwedische Umweltminister und derzeitige Vorsitzende des EU-Umweltministerrats Andreas Carlgren machte deutlich, dass in den Verhandlungen bislang noch nicht genug erreicht worden sei. Die Angebote, die bislang auf dem Tisch liegen, reichten nicht aus, sagte Carlgren mit Blick auf die USA und China. Er forderte die beiden Staaten auf, mehr zu bieten. Carlgren unterstrich, dass die EU derzeit nicht bereit sei, ihre Reduktionsziele auf 30 Prozent anzuheben.

Die EU hatte sich darauf verständigt, den CO2-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent zu senken. 30 Prozent sollen es sein, wenn andere Industriestaaten und große Schwellenländer mitziehen. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas bekräftigte den Willen der EU, zu einem guten Ergebnis zu kommen und zeigte sich optimistisch. „Ich glaube fest daran, dass wir Erfolg haben werden“, sagte er.

Vertreter aus 192 Staaten berieten am Samstag über einen ersten offiziellen Textentwurf der UN, der seit Freitag im Umlauf ist. Er sieht vor, dass die Treibhausgasemissionen bis 2050 insgesamt um 50 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden sollen. Der Beitrag der Industriestaaten in den nächsten zehn Jahren soll dabei eine Minderung ihrer Treibhausgasemissionen um 75 bis 95 Prozent gegenüber 1990 umfassen. Als Ziel werden sowohl eine Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad als auch auf maximal 1,5 Grad genannt. Vor allem die Inselstaaten pochen aus Angst ums Überleben auf das letztgenannte Ziel.

Die Umweltorganisation WWF sagte, die Vorlage könne eine Grundlage für ein faires, ehrgeiziges Abkommen bilden. WWF-Klimaexperte Kim Carstensen verwies darauf, dass es nun an den Ministern liege, die Zahlen zu konkretisieren. „Wenn wir die Unterschiede zwischen dem, was die Industriestaaten bereit sind zu tun und dem, was die Entwicklungs- und Schwellenländer fordern, überbrücken, werden wir ein Kopenhagener Klimaabkommen bekommen“, sagte Carstensen. Dafür müssten sich alle Seiten bewegen. Er mahnte gleichzeitig, das am Ende ein rechtlich verbindliches Abkommen stehen müsse.

ddp

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