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Deutschland/Welt Die Renten steigen kräftig – das muss man jetzt dazu wissen
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13:30 20.03.2019
Die gesetzlichen Renten steigen auch in diesem Jahr kräftig an – um 3,18 Prozent im Westen und um 3,91 Prozent im Osten. Quelle: Jens Wolf/ZB/dpa
Berlin

Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) profitieren die Rentner in diesem Jahr insbesondere von der guten Arbeitsmarktlage und den Lohnsteigerungen der Vergangenheit. Hier Fragen und Antworten zu den Hintergründen.

Wie stark steigen die Renten in diesem Jahr?

Rentner im Osten erhalten vom 1. Juli an 3,91 Prozent mehr. Im Westen gibt es ein Plus von 3,18 Prozent. Der Rentenwert in den neuen Bundesländern erreicht damit 96,5 Prozent des Westniveaus und damit 0,7 Prozentpunkte mehr als gegenwärtig. Wie gesetzlich festgelegt, soll die Ost-West-Rentenangleichung bis spätestens 2024 abgeschossen sein.

Wie wirkt sich die Rentenerhöhung im Einzelnen aus?

Wer heute eine Rente von 1000 Euro bezieht, die allein auf in Ostdeutschland geleisteten Beiträgen beruht, erhält ab dem Sommer 39,10 Euro mehr im Monat. Eine entsprechenden Rente auf Grundlage ausschließlich im Westen gezahlter Beiträge steigt um 31,80 Euro.

Bleibt den Rentnern unterm Strich mehr Geld in der Tasche?

Brutto ist nicht gleich netto. Auch Rentner müssen Sozialabgaben zahlen, unter anderem für die Krankenversicherung. Für die Pflegeversicherung zahlen sie sogar den vollen Beitragssatz. Wieviel unterm Strich bleibt, ist auch abhängig von der Preisentwicklung.

Und was ist mit der Besteuerung der Rente?

Die Bundesregierung hat dazu bereits auf Basis ihrer bisherigen Prognosen Zahlen vorgelegt. Demnach werden im laufenden Jahr voraussichtlich rund 48 000 Rentnerinnen und Rentner erstmals steuerpflichtig. Im kommenden Jahr müssten rund 4,98 Millionen Senioren Steuern zahlen - fast doppelt so viele wie im Jahr 2005. Seit 2005 gilt die sogenannte nachgelagerte Rentenbesteuerung.

Was bedeutet das?

Welcher Anteil der Rente besteuert wird, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Bei Rentnern, die 2005 oder vorher in Rente gegangen sind, sind 50 Prozent der Altersbezüge steuerpflichtig. Bei Neurentnern des Jahres 2019 werden es 78 Prozent sein. Ab 2040 werden die gesetzlichen Renten komplett besteuert.

Welche Faktoren haben diesmal den Ausschlag für das Rentenplus gegeben?

Die Renten folgen zu einem großen Teil der Lohnentwicklung. Das waren 2,39 Prozent in den alten Ländern beziehungsweise 2,99 Prozent in den neuen. Zur Steigerung in diesem Jahr trägt auch der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor bei, der das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern berücksichtigt.

Wie wird die Rentenerhöhung eigentlich finanziert?

Aus den laufenden Mitteln der Rentenversicherung und gegebenenfalls auch aus deren Rücklage. Die Rentenerhöhung 2018 – um 3,2 Prozent im Westen und 3,4 Prozent im Osten – führte zu jährlichen Mehrausgaben von rund zehn Milliarden Euro.

Wie sehen die Perspektiven für Rentenerhöhungen in den nächsten Jahren aus?

Die Regierung rechnet auch für die kommenden Jahre mit deutlichen Rentenerhöhungen. „Ab dem kommenden Jahr steigen die Renten bis zum Jahr 2032 um insgesamt rund 38 Prozent an. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,5 Prozent pro Jahr“, heißt es im aktuellen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung.

Müssen die Beiträge erhöht werden?

Perspektivisch ja. Doch hängt dies nicht vorrangig mit Rentenerhöhungen zusammen. Der Grund sind andere Entscheidungen – etwa die Ausweitung der Mütterrente und die gesetzliche Haltelinie, die das Rentenniveau bis 2025 bei mindestens 48 Prozent halten soll. Der Renten-Beitragssatz, der aktuell bei 18,6 Prozent liegt, soll bis einschließlich 2023 stabil bleiben. 2024 müsste er dann um einen Prozentpunkt auf 19,6 Prozent angehoben werden, 2025 schließlich auf 20,0 Prozent.

Was wird aus dem Koalitionsstreit um die Grundrente?

Die Fronten sind weiter verhärtet. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will im Mai einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Aufstockung der Renten von Geringverdienern mit mindestens 35 Beitragsjahren vorsieht – und zwar ohne Prüfung der Bedürftigkeit. Diskutiert wird auch eine „Gleitzone“, durch die auch bei weniger als 35 Jahren eine dann geringere Aufstockung möglich wäre. Allerdings: Die Union besteht unverändert auf eine Bedürftigkeitsprüfung bei der Grundrente. Die SPD hatte einen Kompromissvorschlag von CSU-Chef Markus Söder, der vor allem auf einem Freibetragsmodell beruhte, am Wochenende zurückgewiesen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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