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Deutschland/Welt Deutlich höhere Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Deutlich höhere Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt
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17:33 20.03.2011
Bis zum Sonntagnachmittag gaben bei der Landtagswahl mehr Bürger ihre Stimme ab als noch fünf Jahre zuvor.
Bis zum Sonntagnachmittag gaben bei der Landtagswahl mehr Bürger ihre Stimme ab als noch fünf Jahre zuvor. Quelle: dpa
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Sachsen-Anhalt hat am Sonntag mit deutlich größerer Beteiligung als 2006 einen neuen Landtag gewählt. Bis 16.00 Uhr gaben 40,2 Prozent der Berechtigten ihre Stimme in den rund 2350 Wahllokalen ab, wie Landeswahlleiter Klaus Klang mitteilte. Vor fünf Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 31,4 Prozent gewesen. Damals lag die Wahlbeteiligung am Ende mit 44,4 Prozent so niedrig wie bei keiner Landtagswahl in Deutschland zuvor.

„Ich gehe fest davon aus, dass wir mit den Briefwahlstimmen schon jetzt über dem Ergebnis von 2006 liegen“, sagte Klang. Rund zwei Millionen Sachsen-Anhalter waren bis zur Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen.

Derzeit regiert in Sachsen-Anhalt eine CDU/SPD-Koalition. Eine Fortsetzung ist laut letzten Umfragen problemlos möglich. Die SPD möchte mit dem derzeitigen Finanzminister Jens Bullerjahn aber gern selbst den Ministerpräsidenten stellen. Das wäre allerdings nur in einer Koalition mit den Linken möglich, die zudem beim Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei den Kürzeren ziehen müssten. Bullerjahn hatte im Wahlkampf eine rot-rote Koalition als Juniorpartner abgelehnt.

In den Umfragen lag die CDU zuletzt mit 32 Prozent unangefochten vorn. Bei der Wahl 2006 hatte sie 36,2 Prozent erreicht. Linke (2006: 24,1) und SPD (2006: 21,4) könnten laut Umfragen jeweils auf 24 Prozent kommen. Die Grünen (2006: 3,6) dürften es diesmal ins Parlament schaffen. Sie sind dort seit 1998 nicht mehr vertreten. Die FDP (2006: 6,7) lag zuletzt bei 5 Prozent. Unklar ist auch, ob die rechtsextreme NPD den Einzug in das Parlament schafft.

Die Spitzenkandidaten gaben bis zum Mittag ihre Stimmen in ihren Heimatorten ab. Finanzminister Bullerjahn ging in Ahlsdorf gemeinsam mit seiner Frau zur Wahl. CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff wählte gemeinsam mit seiner Familie samt Enkeln im Wittenberger Neuen Rathaus. Der Wirtschaftsminister will Nachfolger des scheidenden Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer (CDU) werden, der aus Altersgründen nicht mehr antritt.

Böhmer wies bei seiner Stimmabgabe in Wittenberg auf die Bedeutung der Wahlbeteiligung an diesem Sonntag hin. Der 75-Jährige ist seit Mai 2002 Ministerpräsident. Der Spitzenkandidat der Linken, Wulf Gallert, ging in Magdeburg zur Landtagswahl. FDP-Spitzenkandidat Veit Wolpert ging im Ortsteil Rösa der Gemeinde Muldestausee an die Wahlurne, die oberste Wahlkämpferin der Grünen, Claudia Dalbert, in Halle.

In Magdeburg lag die Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr bei 42,8 Prozent und damit noch leicht über dem Landesschnitt, wie der dortige Wahlleiter Holger Platz sagte. In Halle, der größten Stadt Sachsen-Anhalts, lag die Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr bei 42,5 Prozent.

dpa