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Deutschland/Welt DIW-Chef springt Kühnert bei: „Es gibt viel Missbrauch in der Sozialen Marktwirtschaft“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt DIW-Chef springt Kühnert bei: „Es gibt viel Missbrauch in der Sozialen Marktwirtschaft“
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11:23 04.05.2019
Juso-Chef Kevin Kühnert ist wegen seiner Sozialismus-Thesen in der Kritik. DIW-Chef Marcel Fratzscher kann seiner Analyse etwas abgewinnen. Quelle: Gregor Fischer/dpa
Berlin

SPD-Chefin Andrea Nahles hat Juso-Chef Kevin Kühnert zurechtgewiesen, Vertreter von CDU, CSU und FDP sowieso. Nun hat sich DIW-Chef Marcel Fratzscher geäußert –und fordert zu einer differenzierteren Debatte auf. Schließlich seien in der sozialen Marktwirtschaft Exzesse zu beklagen.

Kühnert habe Recht, indem er eine zunehmende soziale und politische Polarisierung anprangere, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der dpa. Ein Problem seien explodierenden Mieten und der große Niedriglohnbereich. Der Aufschwung sei bei vielen nicht angekommen, die soziale Komponente der Sozialen Marktwirtschaft vernachlässigt worden. Die Politik müsse nun ihre Hausaufgaben machen. „Konkret heißt das: Regulierung, bessere Kontrolle und bessere Regeln.“ Es sei ein Problem dass Vermögen gering besteuert würden, Arbeitseinkommen dagegen relativ hoch.

Vom Missbrauch der Sozialen Marktwirtschaft

„Die Soziale Marktwirtschaft funktioniert nicht so, wie sie funktionieren sollte“, sagte Wirtschaftsexperte Fratzscher. „Ich teile nicht die Kritik Kühnerts zu sagen, wir brauchen eine sozialistische Marktwirtschaft. Aber es gibt viel Missbrauch in der Sozialen Marktwirtschaft, wenn man sich die Diskussionen um Mietpreise und Wohnungsmarkt anschaut.“

Manche Immobilieneigentümer hätten den Wert ihrer Immobilie in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt, ohne etwas dafür zu tun, sagte Fratzscher. „Wenn dann Mieter vor die Tür gesetzt oder unter Druck gesetzt werden, exorbitante Mietpreissteigerungen zu zahlen, dann ist etwas aus dem Lot geraten.“

Außerdem monierte Fratzscher einen ungewöhnlich großen Niedriglohnbereich. „Es gibt ein zunehmendes Armutsrisiko - trotz Wirtschaftsbooms in den vergangenen Jahren. Das ist ein Widerspruch.“

Kühnert, der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation, war in einem „Zeit“-Interview zum Thema Sozialismus für eine Kollektivierung großer Unternehmen wie BMW „auf demokratischem Wege“ eingetreten. Zudem sei es im Grunde nicht legitim, über die eigene Wohnung hinaus Wohneigentum zu besitzen.

Von RND/dpa

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