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Deutschland/Welt „AfD nicht willkommen“: Christliches Hotel lässt kurzfristig Pressekonferenz platzen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt „AfD nicht willkommen“: Christliches Hotel lässt kurzfristig Pressekonferenz platzen
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15:37 08.07.2019
Im Berliner Albrechtshof wollte die AfD eine Dokumentation über „Dieselmord“ vorstellen. Quelle: imago images / Stefan Zeitz
Berlin

Das Berliner Hotel Albrechtshof hat der AfD kurzfristig die Nutzung seiner Räumlichkeiten untersagt. Die Bundestagsfraktion wollte dort eine Pressekonferenz abhalten und hatte dazu einen Tagungsraum angemietet. Das Hotel im Bezirk Mitte gehört der christlichen Stadtmission, die unter anderem in der Obdachlosen- und Flüchtlingshilfe engagiert ist.

Stadtmission-Vorstand Joachim Lenz erfuhr nach eigenen Angaben erst am vergangenen Sonnabend davon, dass die AfD einer Veranstaltung im Albrechtshof plante. „Ich wurde auf der Seebrücken-Demonstration angesprochen“, berichtet Lenz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Lenz war Redner auf der Kundgebung, die sich für Seenotrettung im Mittelmeer einsetzt. Am Montag wies er den Albrechtshof an, die für 14 Uhr angesetzte Pressekonferenz abzusagen. Die AfD wollte eine parteieigene TV-Dokumentation mit dem Titel „Dieselmord im Ökowahn“ zeigen. Sie ist Teil einer neuen Öffentlichkeits-Strategie der AfD, mit selbst produzierten Filmen und Clips Themen zu setzen.

Debatte vor wenigen Wochen um AfD-Restaurantgäste

Es sei nicht Aufgabe des Hotels, die Inhalte der AfD zu verbreiten, sagte die Hotelmanagerin laut einer AfD-Pressemitteilung. Fraktionsvize Peter Felser erklärte dazu: „Vor dem Hintergrund dieser kurzfristigen Absage ist klar, dass wir die Strategie einer Gegenöffentlichkeit konsequent weiterverfolgen müssen.“

Erst vor wenigen Wochen hatte die Stadtmission über den Umgang mit Gästen von der AfD diskutiert. Hintergrund war ein Abend im hauseigenen Restaurant, bei dem AfD-Fraktionschefin Alice Weidel in einer größeren privaten Runde zu Gast war. Andere Restaurantgäste, darunter Vertreter der Arbeitsgruppe Migration der evangelischen Kirche, fühlten sich gestört und verließen das Lokal.

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Daraufhin lud die Stadtmission zur Diskussionsrunde mit einem pensionierten Geistlichen und den Mitarbeitern von Hotel und Restaurant. Am Ende stand ein Ergebnis: Man werde AfD-Politiker wie jeden anderen privat bewirten. „Wir möchten allen Gästen, unabhängig von Herkunft, Glauben, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Überzeugung, mit der gleichen Freundlichkeit und Wertschätzung begegnen. Dies gilt auch gegenüber Menschen, die diese Werte nicht teilen“, schrieb die Stadtmission in einer Erklärung.

Vorstand Joachim Lenz ergänzte auf Facebook: „Die Berliner Stadtmission heißt die AfD und ihre ausgrenzenden Positionen gewiss nicht willkommen. Aber Frau Weidel kriegt bei uns nen Kaffee und Herr Gauland ein Mittagessen. Unser Gewinn fließt in Hilfsangebote u.a. für Flüchtlinge.“

Warum dann jetzt die Ausladung? Die Grenze sei ganz einfach zu ziehen, sagt Lenz. Als Menschen sind die AfD-Vertreter bei den Christen willkommen, als Fraktion und Partei nicht. Eine offizielle AfD-Veranstaltung, zu der in den Albrechtshof geladen wird, toleriere er nicht.

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Von Jan Sternberg/RND

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