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Deutschland/Welt Christian Wulff tritt zurück
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11:58 17.02.2012
Christian Wulff verlässt Schloss Bellevue.
Christian Wulff verlässt Schloss Bellevue. Quelle: dpa
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Hannover

Bundespräsident Wulff trat zusammen mit seiner Ehefrau Bettina vor die Medien, die er im folgenden als Frau und First Lady lobte. (Sie trug übrigens ein schwarzes Kostüm, das sie bereits beim Empfang der Sternensinger in Bellevue getragen hatte.)

"Gerne habe ich mein Amt ausgeübt." Deutschland brauche aber einen Präsidenten, der uneingeschränkt auf breiter Ebene das Vertrauen der Bevölkerung brauche und sich den gewaltigen nationalen und internationalen Herausforderungen widmen könne, sagte Wulff. Das Vertrauen in ihn sei nicht mehr vorhanden. Er habe Fehler gemacht, habe sich aber "in seinen Ämtern stets korrekt verhalten".

Um 11.05 Uhr kam der Satz, der unausweichlich war: "Ich trete als Bundespräsident zurück."

Am Morgen war die Meldung, der Bundespräsident werde um 11 Uhr eine Erklärung abgeben, wie ein Lauffeuer durch die Republik gegangen. Am Vorabend hatte die Staatsanwaltschaft in Hannover bekanntgeben, eine Aufhebung von Wulffs Immunität zu beantragen, um ein Ermittlungsverfahren gegen den Präsidenten aufzunehmen. Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik.

Um 11.30 Uhr gab auch Kanzlerin Merkel eine Erklärung ab, dafür hatte sie ihren für Freitag geplanten Italien-Besuch verschoben. "Ich habe die Erklärung von Christian Wulff mit größtem Respekt und Bedauern zur Kenntnis genommen", sagte Merkel. Wulff habe sich voller Energie für ein modernes und offenes Deutschland  eingesetzt. Er habe viele Impulse gegeben. "Christian Wulff und seine Frau Bettina haben die Bundesrepublik im In- und Ausland würdig vertreten, ich danke beiden dafür. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei der Auswahl eines Nachfolgers des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff auf SPD und Grüne zugehen. "Wir wollen Gespräche führen mit dem Ziel, in dieser Situation einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland vorschlagen zu können", sagte sie am Freitag im Kanzleramt. dpa du/bk yydd n1 ima

Nach Wulffs Rücktritt wollen sich die Spitzen der schwarz-gelben Koalition am Samstag treffen. Dann solle über das weitere Vorgehen beraten werden, hieß es aus Koalitionskreisen. An dem Treffen sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), FDP-Chef Philipp Rösler und CSU-Chef Horst Seehofer teilnehmen.