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Deutschland/Welt Chinesische Topmanagerin bleibt Hinrichtung erspart
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Chinesische Topmanagerin bleibt Hinrichtung erspart
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11:24 22.05.2012
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Zhejiang

Ein Gericht in der ostchinesischen Provinz Zhejiang verhängte am Montag wegen Finanzbetrugs zwar erneut die Todesstrafe gegen die gelernte Friseurin Wu Ying, gewährte ihr aber einen Strafvollstreckungsaufschub von zwei Jahren, wie ein Gerichtsvertreter am Dienstag sagte.

Eine solche Strafe wird in China fast immer in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Wu war im Jahr 2009 in einem aufsehenerregenden Prozess zum Tode verurteilt worden, weil sie private Geldgeber um rund 380 Millionen Yuan (47 Millionen Euro) gebracht hatte. Sie hatte zwischen 2005 und 2007 insgesamt rund 770 Millionen Yuan an Privatkapital eingeworben und den Investoren Zinsen von bis zu 80 Prozent versprochen. Fast die Hälfte konnte sie später aber nicht mehr zurückzahlen, weil sie damit lediglich andere Schulden bezahlte.

Die gelernte Friseurin hatte ihr Geschäftsimperium praktisch aus dem Nichts aufgebaut. Sie betrieb zunächst nur einen kleinen Schönheitssalon und handelte später auch mit Mietwagen, Kleidung und Immobilien. Auf der Reichen-Liste des Magazins "Hurun" wurde sie 2006 als sechstreichste Frau Chinas geführt.

Das Todesurteil hatte in der chinesischen Öffentlichkeit für große Empörung gesorgt. In China haben kleine Unternehmen oft keine andere Wahl, als über private Geldverleiher an Kapital zu kommen. Nach einem dreijährigen Weg durch die Instanzen prüfte Chinas Oberster Gerichtshof das Urteil und verwies das Verfahren im April an das Gericht in Zhejiang zurück.

In dem neuen Urteil machten die Richter nun mildernde Umstände geltend, weil Wu geständig war und aufgrund ihrer Aussagen mehrere korrupte Behördenvertreter festgenommen wurden.