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Deutschland/Welt Chamenei schließt Verhandlungen mit den USA aus
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Chamenei schließt Verhandlungen mit den USA aus
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14:17 13.06.2019
Das von der Office of the Iranian Supreme Leader zu Verfügung gestellte Bild zeigt Ajatollah Ali Chamenei, geistlicher Führer des Iran, während eines Treffens mit Shinzo Abe, dem Ministerpräsidenten von Japan. Quelle: Office of the Iranian Supreme Leader/dpa
Teheran

Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat Verhandlungen mit den USA kategorisch ausgeschlossen. „Der Iran vertraut den USA nicht, (...) wir haben mit den Amerikanern bereits die bittere Erfahrung beim Atomabkommen gemacht und wollen diese Erfahrung nicht wiederholen“, sagte er bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Donnerstag in Teheran.

Abe hält sich zu einem Vermittlungsversuch in Teheran auf. Kein vernünftiges Land würde unter Druck und Sanktionen verhandeln wollen, erklärte der iranische Führer, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen des Irans hat.

Chamenei würdigte den guten Willen Japans als Vermittler. „Aber (US-Präsident Donald) Trump ist einer Botschaft oder einer Antwort nicht würdig“, fügte der Ajatollah hinzu. Trump sei aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen. „Wieso sollte Teheran sich auf erneute Verhandlungen mit solch einer Person einlassen“, fragte Chamenei. Außerdem sei es Trumps Ziel, einen Regimewechsel im Iran zu erzwingen. Den aber werde es nicht geben.

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Das Atomabkommen von 2015 zur Verhinderung einer iranischen Atombombe war vom Iran mit den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Deutschland geschlossen worden. Es stellt die iranische Atomindustrie unter Kontrolle und sagt den Abbau westlicher Wirtschaftssanktionen zu.

Die USA stiegen vor einem Jahr einseitig aus der Vereinbarung aus und setzen den Iran seitdem wieder mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck. Vor einem Monat stellte auch der Iran das Abkommen infrage und setzte den anderen Vertragspartnern eine Frist bis zum 7. Juli, um die in dem Atomabkommen vereinbarten wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Von RND/dpa