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Deutschland/Welt CARE nennt die gefährlichsten Orte für Nothelfer
Nachrichten Politik Deutschland/Welt CARE nennt die gefährlichsten Orte für Nothelfer
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10:16 16.08.2018
Der sechsjährige Ahmed schaut aus seinem zerstörten Klassenzimmer in der Stadt Idlib, der in diesen Tagen erneut eine blutige Schlacht droht (undatiertes Foto). Quelle: AP
Bonn

Nirgendwo sind in 2018 so viele humanitäre Helfer ums Leben gekommen wie in Syrien. Das gibt die internationale Hilfsorganisation CARE im Vorfeld des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August bekannt und beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der „Aidworker Security Database“.

„Humanitäre Helfer, die an vorderster Front lebensnotwendige Unterstützung leisten, werden getötet, verhaftet und eingesperrt“, berichtet Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „Von den massiven Luft- und Bodenangriffen auf die Zivilbevölkerung aktuell in Syrien sind auch wir als Hilfsorganisation und unsere lokalen Partner betroffen. Diese entsetzliche Statistik beweist: Besonders in Syrien ist Nothilfe ein Job, der Lebensgefahr bedeutet.“

An diesen Orten ist Helfen lebensgefährlich

Gefährlichste Orte für Helfer (1. Januar bis 9. August 2018):

1. Syrien – Zwischenfälle: 30 / Tote: 42

2. Südsudan – Zwischenfälle: 23 / Tote: 7

3. Zentralafrikanische Republik – Zwischenfälle: 8 / Tote: 6

4. Afghanistan – Zwischenfälle: 4 / Tote: 6

5. Nigeria – Zwischenfälle: 1 / Tote: 3

6. Somalia – Zwischenfälle: 5 / Tote 3

7. Aserbaidschan – Zwischenfälle: 1 / Tote: 3

8. DR Kongo – Zwischenfälle: 8 / Tote: 2

9. Myanmar – Zwischenfälle: 1 / Tote: 1

10. Jemen – Zwischenfälle: 2 / Tote: 1

11. Palästinensische Gebiete – Zwischenfälle: 1 / Tote: 1

12. Sudan – Zwischenfälle: 1 / Tote: 1

Quelle: Aid Worker Security Database

Die Eskalation der Gewalt in Syrien zeigt sich auch in der Zahl der getöteten Helfer, die in diesem Jahr, im Vergleich zum selben Zeitraum im letzten Jahr, um 44 Prozent gestiegen ist. Weitere Länder, die zu den gefährlichsten Orten für Helfer zählen, sind der Südsudan, die Zentralafrikanische Republik und Afghanistan.

„Humanitäre Helfer leben mit einem hohen Risiko, besonders in Ländern mit bewaffneten Konflikten. Nach dem römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs gelten Angriffe auf humanitäre Helfer jedoch als Kriegsverbrechen. Alle Konfliktparteien weltweit müssen sicherstellen, dass Helfer überall uneingeschränkten Zugang zu Menschen in Not erhalten und nicht selbst zum Angriffsziel werden“, mahnt CARE Deutschland-Chef Zentel.

Die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen begehen 2018 zum fünften Mal den Welttag der humanitären Hilfe. Am 19. August 2003 wurde das Büro der Vereinten Nationen in Bagdad angegriffen. 22 Menschen starben, darunter auch der UN-Menschenrechtskommissar Sergio Vieira de Mello.

Von RND/dpa