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Deutschland/Welt Bundeswehr-Bataillon in Kundus angegriffen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bundeswehr-Bataillon in Kundus angegriffen
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14:22 15.08.2010
Quelle: ap (Archiv)
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Aufständische haben in der nordafghanischen Provinz Kundus deutsche und afghanische Soldaten des neuen Ausbildungs- und Schutzbataillons der Bundeswehr angegriffen. Nach Angaben der Bundeswehr kamen bei dem Zwischenfall am Sonnabend keine Soldaten zu Schaden. Ob es unter den Angreifern Tote gegeben hat, war unklar. Die Internationale Schutztruppe ISAF hatte zunächst von zwei getöteten Aufständischen berichtet. Die Bundeswehr erklärte jedoch später, dafür gebe es keine Bestätigung.

Die Soldaten seien rund acht Kilometer nordwestlich des deutschen Feldlagers mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten attackiert worden, teilte die Bundeswehr auf ihrer Homepage mit. Sie hätten den Angriff abwehren können. Nach Angaben der ISAF konnten die Soldaten mit Hilfe einer Bundeswehr-Drohne vom Typ Luna eine Stellung der Aufständischen auf einem ummauerten Grundstück ausmachen. Die Soldaten hätten die Stellung mit einer gelenkten Anti-Panzer-Rakete zerstört.

Das Ausbildungs- und Schutzbataillon (ASB) ist erst seit kurzem in Kundus eingesetzt. Ziel ist das sogenannte Partnering, bei dem Bundeswehr-Soldaten gemeinsam mit afghanischen Soldaten vorgehen.

Ein Gefecht mit Aufständischen lieferte sich am Sonnabend auch die Polizei in der Provinz Kundus. Der Gouverneur des Distrikts Aliabad, Habibullah Mohtaschim, sagte, bei dem einstündigen Schusswechsel seien fünf Aufständische und ein Polizist getötet worden. Rund 80 Aufständische hätten erfolglos versucht, die Distriktverwaltung in ihre Gewalt zu bringen. Nach dem Angriff wurden nach Angaben der ISAF zwei weitere Aufständische getötet. Die Männer hätten versucht, in einem Auto zu fliehen und seien von NATO-Soldaten beschossen worden.

Die ISAF teilte weiter mit, bei einer Operation gegen das Hakkani- Netzwerk in der südostafghanischen Provinz Paktia seien mehr als 20 Aufständische getötet worden, darunter Araber, Tschetschenen und Pakistaner. Das Hakkani-Netzwerk kämpft ebenso wie die Taliban gegen die ausländischen Truppen und die afghanische Regierung.

In der südafghanischen Provinz Kandahar wurden nach Angaben der ISAF drei Zivilisten bei verschiedenen Angriffen Aufständischer getötet. Bei einem weiteren Angriff im Süden starb am Sonnabend ein ISAF-Soldat. Zur Nationalität machte die Schutztruppe keine Angaben.

Im Nachbarland Pakistan wurden unterdessen 13 radikal-islamische Extremisten bei einem US-Drohnenangriff getötet. Wie am Sonntag aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, feuerte das unbemannte Flugzeug am Vortag zwei Raketen auf ein Haus in Nord-Waziristan, das Aufständischen als Versteck gedient haben soll. Das Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan gilt als Extremisten-Hochburg.

dpa