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Deutschland/Welt Bundesbankgewerkschaft hält Sarrazin für untragbar
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bundesbankgewerkschaft hält Sarrazin für untragbar
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14:03 04.10.2009
Die umstrittenen Äusserungen von Bundesbank-Vorstandsmitglied und Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin über Migranten haben nach Ansicht vonBundesbankpräsident Axel Weber das Ansehen der Notenbank beschädigt.
Die umstrittenen Äusserungen von Bundesbank-Vorstandsmitglied und Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin über Migranten haben nach Ansicht von Bundesbankpräsident Axel Weber das Ansehen der Notenbank beschädigt. Quelle: ddp
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Die Gewerkschaft erklärte am Sonntag in Frankfurt am Main, sie unterstütze Bundesbankpräsident Axel Weber, der Sarrazin den Rücktritt nahegelegt hatte. „Mit seinen Äußerungen hat Sarrazin dem Ansehen der Deutschen Bundesbank erheblichen Schaden zugefügt“, erklärte die Gewerkschaft. Er sei „deshalb als Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank nicht mehr tragbar“. Die Bundesbankgewerkschaft kritisierte insbesondere die „ehrverletzende Art und Weise der Äußerungen“.

Weber hatte sich am Samstag beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Istanbul zu dem Fall geäußert. Er kritisierte dabei den „Reputationsschaden“, der der Bank entstanden sei, wie ein Bundesbanksprecher bestätigte. Wer gegen den Verhaltenskodex des Instituts verstoße, müsse „mit sich selbst ins Gericht gehen“, setzte er den Angaben zufolge hinzu.

Sarrazin hatte sich in einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre International“ äußerst kritisch zur sozialen und politischen Lage in Berlin geäußert. Besonders hart war Sarrazin mit türkischen und arabischen Einwanderern ins Gericht gegangen. Nach der heftigen Kritik hatte Sarrazin erklärt, nicht jede Formulierung sei „gelungen“ gewesen und sich entschuldigt. Nach Medienberichten kannte Weber den umstrittenen Text allerdings vor der Veröffentlichung und hatte Sarrazin im Vorfeld um Änderungen gebeten.

afp