Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Bin Laden droht US-Bürgern mit „Zermürbungskrieg“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bin Laden droht US-Bürgern mit „Zermürbungskrieg“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:33 14.09.2009
In einem Tonmitschnitt mit Standbild droht Osama bin Laden den US-Bürgern mit einem "Zermürbungskrieg".
In einem Tonmitschnitt mit Standbild droht Osama bin Laden den US-Bürgern mit einem "Zermürbungskrieg". Quelle: afp
Anzeige

Auch unter Präsident Barack Obama hätten im Weißen Haus „Neo-Konservative“ und Freunde Israels das Sagen, heißt es in einer Botschaft bin Ladens, die der Mediendienst El Sahab am Montag verbreitete. In Afghanistan forderte Herausforderer Abdullah Abdullah nach massiven Betrugsvorwürfen bei der Präsidentenwahl eine Stichwahl.

Wenn die Kriege im Irak und in Afghanistan nicht beendet würden, werde das Terrornetzwerk El Kaida den „Zermürbungskrieg“ auf allen Feldern fortsetzen, kündigt bin Laden in der Botschaft an, in der zu einem Tonmitschnitt ein Standbild gezeigt wurde.

In den vergangenen Jahren ließ bin Laden wiederholt um den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington Botschaften verbreiten. Afghanistan gilt als möglicher Aufenthaltsort bin Ladens und Hochburg seiner Anhänger.

„Wir haben die Sowjetunion zehn Jahre lang aufgerieben, bis sie mit Allahs Hilfe zusammengebrochen ist“, sagte bin Laden. Die Kriege im Irak und in Afghanistan seien auf den Einfluss pro-israelischer Lobbyisten im Weißen Haus zurückzuführen. Die Bevölkerung der USA solle die „Allianz mit den Israelis auf den Prüfstand“ stellen. „Ist Ihnen Ihre Sicherheit und die Ihrer Kinder wichtiger als die Sicherheit der Israelis und ihrer Kinder?“, fragte bin Laden. Obama könne das Ruder der US-Politik nicht herumreißen, dies sei auch daran abzulesen, dass er Verteidigungsminister Robert Gates nach dem Ausscheiden seines Vorgängers George W. Bush im Amt gelassen habe.

Während die afghanische Wahlkommission das Endergebnis der Präsidentenwahl vom 20. August weiter nicht bekanntgab, unterstrich der frühere Außenminister Abdullah seine Forderung nach einer Stichwahl. Es müsse einen zweiten Wahlgang für die Entscheidung zwischen ihm und Amtsinhaber Hamid Karsai geben, damit die Wahl des künftigen Präsidenten legitim sei und dem Willen der Wähler entspreche, sagte Abdullah am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) hatte vergangene Woche das Ergebnis nach Auszählung von 95 Prozent der Wahlurnen bekannt gegeben. Demnach erhielt Karsai im ersten Durchgang bereits die absolute Mehrheit von 54,3 Prozent der Stimmen, Abdullah kam auf 28,1 Prozent. Sollte sich dieses Ergebnis bestätigen, wäre eine Stichwahl gemäß Verfassung nicht erforderlich. Allerdings liegen zahlreiche Beschwerden wegen massiver Wahlfälschung vor; die Ergebnisse aus einem Teil der Wahllokale sollen in der vorliegenden Form nicht gewertet werden.

In der südafghanischen Provinz Helmand wurde ein britischer Soldat auf Patrouille erschossen. Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, wurde er am Sonntagabend im Bezirk Babadschi von mehreren Kugeln getroffen. Damit kamen seit Beginn der US-geführten Invasion Ende 2001 insgesamt 214 britische Soldaten in Afghanistan ums Leben; allein im Juli wurden 22 und im August 19 getötet.
Die Gewalt in Afghanistan hatte vor der Präsidentschaftswahl zugenommen. Der Einsatz der rund 9000 britischen Soldaten in Afghanistan findet in der Bevölkerung des Königreichs immer weniger Unterstützung. Die EU-Außenminister wollten am Montagnachmittag in Brüssel über die angespannte Lage in Afghanistan und den Aufbau der Polizeimission EUPOL beraten.

afp