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Deutschland/Welt Bettina Wulff: "Kinder sind keine Störfaktoren"
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bettina Wulff: "Kinder sind keine Störfaktoren"
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13:26 24.01.2012
Unicef-Schirmherrin Bettina Wulff fordert mehr Unterstützung für benachteiligte Kinder. Quelle: dpa
Berlin

Kinder würden "leider allzu oft als Störfaktoren wahrgenommen". Wenn sie fühlten, dass sie wertgeschätzt würden, lernten sie gleichzeitig auch, andere wertzuschätzen, erklärte die First Lady. 

Nach wie vor werde in Deutschland mehr über Kinderfeindlichkeit geredet als dagegen getan. Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Bettina Wulff ist seit Dezember 2010 Unicef-Schirmherrin.

Eine Belastung durch die Kredit- und Medienaffäre ihres Mannes ließ sich Bettina Wulff nicht anmerken. Lediglich eine Passage ihrer Rede konnte als versteckter Hinweis gedeutet werden: Alle, die Kinder hätten, wüssten, wie viel Nerven und Kraft es kosten könne, ihnen gerecht zu werden, sagte die Mutter von zwei Kindern. "Erst recht, wenn Alltagssorgen die Oberhand gewinnen."

Unicef-Deutschland-Chef Jürgen Heraeus forderte, Bildungspolitik müsse durch eine kluge Arbeits- und Sozialpolitik in den Gemeinden ergänzt werden. So könnten etwa die Chancen von Kindern arbeitsloser Eltern verbessert werden. Kindertagesstätten und Schulen leisteten einen wichtigen Beitrag, um die Chancen benachteiligter Kinder zu verbessern. Investitionen in Bildung und Förderung allein könnten aber Defizite wegen mangelnder Teilhabe etwa arbeitsloser Eltern nicht ausgleichen.

"Wenn in manchen Bundesländern jedes vierte oder fünfte Kind in einer Familie aufwächst, in der kein Elternteil Arbeit hat, ist dies ein Alarmsignal." Eltern, die resigniert hätten, würden zu Außenseitern, deren Kinder es besonders schwer hätten. Kinder und Jugendliche müssten auch stärker darin unterstützt werden, sich selbst für ihre Anliegen zu engagieren.

Im Unicef-Bericht 2011/2012 zur Lage von Kindern in Deutschland hat ein Forscherteam um den Berliner Soziologen Professor Hans Bertram deutliche Unterschiede bei den Chancen von Kindern aufgezeigt, an Bildung sowie am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzuhaben. So werde die relative Kinderarmut in den westdeutschen Bundesländern oft unterschätzt. Hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Ausbildungsplätze und ein hoher Anteil von Kindern in relativer Armut und bei Alleinerziehenden hätten starken Einfluss darauf, ob es den Kinder gut gehe. (dpa)