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Deutschland/Welt BDI-Präsident: „Im Moment behindern wir uns selbst“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt BDI-Präsident: „Im Moment behindern wir uns selbst“
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17:35 01.01.2020
HAT ENERGIE: Dieter Kempf, Präsident des BDI. Quelle: Foto: dpa
Berlin

„Zur Förderung des Gemeinwohls muss auch schon mal auf individuelle Interessen verzichtet werden.“ Es könne nicht sein, dass aus Rücksicht auf zahlenmäßig überschaubare Bürgerinitiativen für die Allgemeinheit sich notwendige Vorhaben über zehn oder 20 Jahre in die Länge zögen. „Wenn jeder nur an sich denkt, bleibt das Gemeinwohl auf der Strecke, weil verbindende Ziele fehlen.“

Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 65 Prozent

Die Bundesregierung will bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energiequellen aus Wind oder Sonne am Bruttostromverbrauch auf 65 Prozent steigern. 2019 waren es nach BDEW-Zahlen 43 Prozent.

Der Ausbau der Windkraft an Land aber ist in diesem Jahr fast zum Erliegen gekommen, weil es lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen gibt. Vor Ort haben sich viele Bürgerinitiativen gegen den Bau von Windrädern formiert. Umstritten sind in der Koalition derzeit Regelungen zum Mindestabstand von Windrädern zur Wohnhäusern. Proteste gibt es auch gegen den Bau neuer Strommasten. Geplant sind tausende Kilometer neue Stromleitungen, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in die großen Verbrauchszentren im Süden kommt.

Die Allgemeinheit schweigt, Bürgerinitiativen bestimmen

„Im Moment behindern wir uns selbst“, sagte Kempf. „In Deutschland wedelt mittlerweile eher der Schwanz mit dem Hund, als dass der Hund mit dem Schwanz wedelt. Bürgerinitiativen bestimmen, wohin die Reise geht, während die Allgemeinheit schweigt.“

Abstandsregeln bei Windrädern seien ein gutes Beispiel, genauso die erforderliche Entfernung zu Strommasten. „Heute gibt es strengere Abstandsregelungen als früher. Wenn es jetzt darum geht, eine bestehende Hochspannungsleitung zu ertüchtigen und die Masten höher zu machen, unterliegen diese Neubauvorhaben den neuen Regelungen. Das wird dann in einem so stark zersiedelten Land wie Deutschland schwierig. Irgendwo muss man sich dann entscheiden. Erdkabel sind viel teurer.“

Kommentar: Das Land braucht einen neuen Plan

Von Andreas Hoenig

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