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Deutschland/Welt Auslandseinsätze kosten mehr als geplant
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Auslandseinsätze kosten mehr als geplant
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14:53 24.03.2012
Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im Jahr 2011 etwa 1,5 Milliarden Euro gekostet.
Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im Jahr 2011 etwa 1,5 Milliarden Euro gekostet. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im vergangenen Jahr rund 1,48 Milliarden Euro und damit 74 Millionen mehr als geplant gekostet. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf einen Bericht des Verteidigungsministeriums. Demnach kostete der Afghanistan-Einsatz allein 1,28 Milliarden Euro. Mit weitem Abstand folgen die Missionen im Kosovo (68 Millionen Euro), vor der somalischen Küste (62 Millionen) und im Libanon (25 Millionen). Die SPD forderte unverzügliche Klarheit über den Afghanistan-Abzug der Bundeswehr.

Die Bundesregierung müsse dem Bundestag wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel im Mai in Chicago endlich ihre Pläne offenlegen, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, der dpa. Die widersprüchlichen Äußerungen von führenden Vertretern der schwarz-gelben Koalition dazu seien nicht länger hinnehmbar.

Das Parlament könne mit Recht verlangen, dass sowohl der Verteidigungs- als auch der Außenminister zum Abzug konkret Stellung nähmen. Beide dürften sich nicht weiter hinter nebulösen Auskünften verstecken. Die Regierung habe gegenüber dem Bundestag, der die Auslandseinsätze genehmigen müsse, eine umfassende Informationspflicht. „Durch das bisherige Vorgehen gefährdet sie völlig unnötig den bisher erzielten Konsens.“

Größte Kostentreiber des Einsatzes waren laut „Wirtschaftswoche“ die gestiegenen Treibstoffpreise. Hinzu kamen mehr Flüge zwischen der Heimat und dem Hindukusch sowie die große Menge an Kerosin für Awacs-Aufklärungsflugzeuge. Deutlich weniger Geld sei für die Position „Erhaltung von Wehrmaterial“ ausgegeben worden: Weil die Zahl der Strengstoffanschläge 2011 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei, seien weniger Reparaturen angefallen. Auch für Baumaßnahmen in Afghanistan gab die Bundeswehr dem Bericht zufolge weniger Geld aus: Wegen der verschärften Sicherheitslage musste sie häufig Projekte unterbrechen.

Die ersten zehn Jahre des Afghanistan-Einsatzes haben nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 17 Milliarden Euro gekostet. Das war dreimal so viel wie die von der Bundesregierung offiziell veranschlagten 5,5 Milliarden Euro. Sollte es wie geplant zu einem schrittweisen Abbau der Truppenstärke bis 2014 kommen, würden sich die Gesamtkosten nach Schätzung der Experten aus dem Herbst auf 22 Milliarden Euro summieren. 

jhf/dpa