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Deutschland/Welt Arcandor will Kaufhof und Karstadt zusammenlegen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Arcandor will Kaufhof und Karstadt zusammenlegen
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13:46 17.05.2009
Wäre auch betroffen: Karstadt-Warenhaus in Hannovers Innenstadt.
Wäre auch betroffen: Karstadt-Warenhaus in Hannovers Innenstadt. Quelle: Wilde
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Der Chef der Kaufhof-Mutter Metro, Eckhard Cordes, habe in einem Brief an an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine „Lösung für die Zukunftsicherung der Karstadt-Häuser“ angeboten, berichtete „Bild am Sonntag“.

Die Zeitung zitierte aus dem Schreiben Cordes’, Metro sei „zu umfassenden und konstruktiven Gesprächen für eine privatwirtschaftliche Lösung“ bereit. In dem Schreiben sei von einer „Zusammenarbeit“ und einem „möglichen Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof“ die Rede, hieß es in dem Bericht.

Laut „BamS“ sollen die mehreren hundert Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof in einer „Deutschen Warenhaus AG“ zusammengeführt werden. An diesem Unternehmen könnten sich mit jeweils knapp 50 Prozent die Metro-Gruppe und die Vermieter der Warenhaus-Immobilien beteiligen. Cordes sehe „die Möglichkeit, die Mehrheit der Karstadt-Häuser und damit einen großen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten“.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erklärte sich zu Gesprächen bereit. Die Warenhaus-Allianz sei „zunächst ein nahe liegendes Konzept“, sagte er der „BamS“. Sie habe allerdings „für die Verbraucher, den Wettbewerb und die Mitarbeiter gravierende Nachteile“. Ein Zusammengehen der Marktführer Karstadt und Kaufhof sei nach seiner Einschätzung nicht genehmigungsfähig, da damit monopolistische Marktstrukturen im Handel geschaffen würden.

Über ein Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof wurde schon seit langem immer wieder spekuliert. Kaufhof steht wirtschaftlich deutlich besser da als Karstadt. Kaufhäuser kämpfen derzeit allerdings insgesamt stark ums Überleben. Zuletzt hatten die Kaufhausketten Woolworth und Hertie Insolvenz angemeldet.

Der deutsche Versandhandelsriese Otto bekundete unterdessen Interesse an weiteren Teilen von Arcandor. Einige Unternehmen der Arcandor-Versandsparte Primondo „könnten für uns durchaus interessant sein“, sagte Otto-Chef Hans-Otto Schrader der „Wirtschaftswoche“. Zu Primondo gehören neben Quelle etliche Spezial-Versandhändler. Bei diesen könnte laut Schrader „durchaus das eine oder andere Unternehmen dabei sein“, das für Otto in Frage komme.

Arcandor ist schwer angeschlagen, der Konzern will einen Antrag auf eine Millionen-Bürgschaft des Staates stellen. Zu dem Unternehmen gehört neben Primondo und Karstadt auch die Touristiksparte Thomas Cook. afp