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Deutschland/Welt Altenheim Deutschland: Jeder 3. bald über 65
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Altenheim Deutschland: Jeder 3. bald über 65
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18:10 18.11.2009
Die Einwohner in Deutschland werden immer älter.
Die Einwohner in Deutschland werden immer älter. Quelle: ddp
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Das sind zwei zentrale Ergebnisse der am Mittwoch in Berlin vorgestellten 12. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts. Demnach werden 2060 in Deutschland nur noch 65 bis 70 Millionen Menschen leben - heute sind es 82 Millionen. Jeder dritte Einwohner werde zudem in 50 Jahren über 65 Jahre alt sein, sagte der Präsident des Bundesamtes, Roderich Egeler. Heute sei es noch jeder Fünfte. Die Zahl der Über-80-Jährigen werde von etwa vier Millionen auf neun Millionen ansteigen.

“2060 wird es fast so viele 80-Jährige und Ältere geben wie Unter-20-Jährige“, sagte Egeler. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren werde von heute rund 50 Millionen auf 33 bis 36 Millionen sinken. Die Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre könne die Zahl der potenziellen Erwerbstätigen in 50 Jahren voraussichtlich nur um maximal zwei Millionen Menschen vergrößern.

Während heute 100 Personen im erwerbsfähigen Alter statistisch gesehen 34 Senioren gegenüberstehen, werden es 2060 voraussichtlich zwischen 63 und 67 Senioren sein. Schon im kommenden Jahrzehnt werde die Bevölkerung im Erwerbsalter rapide altern, sagte Egeler. Das Schrumpfen und die zunehmende Alterung der Bevölkerung gehörten zu den „wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte“.

Ursachen des Bevölkerungsschwunds sind nach Angaben der Statistiker eine stetig sinkende Geburtenzahl und eine immer höhere Lebenserwartung. Das jährliche Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, werde sich von 162 000 im Jahr 2008 auf bis zu 553 000 im Jahr 2060 verdreifachen. Selbst eine verstärkte Zuwanderung oder eine höhere Kinderzahl je Frau kann diese Entwicklung nach den Berechnungen der Statistiker nur abmildern. Die Wirkung politischer Maßnahmen wie der Einführung des Elterngeldes sei heute noch nicht absehbar.

Die Statistiker gehen bei ihren Berechnungen davon aus, dass die Geburtenziffer in den kommenden 50 Jahren mit durchschnittlich 1,4 Kindern je Frau nahezu konstant bleibt. Die Lebenserwartung von Neugeborenen werde bei Jungen auf 85 Jahre ansteigen (plus acht Jahre) und bei Mädchen auf rund 89 Jahre (plus sieben Jahre). Das Saldo zwischen Zuzügen nach und Fortzügen aus Deutschland werde sich nahezu unverändert zwischen 100 000 und 200 000 Menschen bewegen. ddp