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Deutschland/Welt Alaskas Gouverneurin Palin kündigt überraschend Rücktritt an
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Alaskas Gouverneurin Palin kündigt überraschend Rücktritt an
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07:55 04.07.2009
Sarah Palin Quelle: afp
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Palin war schlagartig berühmt geworden, als der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain sie im vergangenen Sommer zu seiner Vize-Kandidatin gemacht hatte.

Sie habe sich entschieden, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen, sagte die 45-jährige Palin am Freitag auf einer überraschend anberaumten Pressekonferenz vor ihrem Haus in Wasilla. Um nicht bis zum Ende der regulären Amtszeit als „Lame Duck“ („lahme Ente“) betrachtet zu werden, werde sie schon nach dem Gouverneurspicknick am 26. Juli den Gouverneursposten an ihren Stellvertreter Parnell übergeben. So solle ein reibungsloser Regierungswechsel sichergestellt werden.

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„Ich bin entschlossen, den richtigen Weg für Alaska einzuschlagen, auch wenn er unkonventionell und nicht so bequem ist“, sagte Palin. Es sei „Zeit, den Ball für den Sieg abzuspielen“. Sie werde sich künftig außerhalb der Regierung für einen positiven Wandel einsetzen.

Die außerhalb von Alaska weitgehend unbekannte Gouverneurin war weltweit bekannt geworden, als der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain sie Ende August vergangenen Jahres zu seiner Kandidatin für die Vizepräsidentschaft ernannte. Im Wahlkampf wurde ihr immer wieder vorgehalten, keine Erfahrungen in der nationalen Politik und wenig Ahnung von Außenpolitik zu haben. Bei der Wahl Anfang November musste sich das Team McCain - Palin gegen den Demokraten Barack Obama und seinen Vize-Kandidaten Joe Biden geschlagen geben.

Beobachter spekulierten darüber, Palin wolle ihre Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2012 vorbereiten. Die Republikanerin hatte dies kurz nach ihrer Wahlniederlage im November ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Palin ist eine äußerst umstrittene Politikerin. Gespalten sind die US-Bürger gegenüber der konservativen Haltung der fünffachen Mutter bei gesellschaftspolitischen Themen wie Abtreibung oder Sex vor der Ehe. Für Aufsehen hatte in diesem Zusammenhang die Nachricht von der Schwangerschaft ihrer damals 17-jährigen unverheirateten Tochter Bristol gesorgt. Die junge Frau brachte im Dezember einen Sohn zur Welt, zweieinhalb Monate später berichtete ein US-Magazin, Bristol habe sich von dem Vater ihres Kindes getrennt.

Unmittelbar vor der US-Präsidentschaftswahl hatte ein Untersuchungsausschuss Palin von dem Vorwurf freigesprochen, sie habe bei der Entlassung des Sicherheitschefs von Alaska ihr Amt missbraucht. Ein parlamentarischer Ermittlungsausschuss hatte sie in der Angelegenheit für schuldig befunden.

afp