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Deutschland/Welt 80 Jahre Haft für Guatemalas Ex-Diktator Montt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt 80 Jahre Haft für Guatemalas Ex-Diktator Montt
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12:00 11.05.2013
Zu 80 Jahren Haft verurteilt: Der Ex-General Montt hat im Bürgerkrieg in Guatemala die Ermordung Tausender Indios befohlen. Quelle: Saul Martinez
Guatemala-Stadt

Menschenrechtler feiern das Urteil vom Freitag als einen Meilenstein. Nie zuvor wurde ein Ex-Staatschef von einem einheimischen Gericht wegen Völkermordes verurteilt. Rios Montt wies die Anschuldigungen zurück. Sein Anwalt kündigte Berufung an.

Ríos Montt sei während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios verantwortlich gewesen, sagte Richterin Jazmín Barrios in der Urteilsbegründung. "In Guatemala ist systematischer Völkermord an dem Maya-Volk der Ixil verübt worden", so das Gericht. Ziel sei die Vernichtung der Volksgruppe gewesen, die von der Militärjunta als Basis der linken Guerilla betrachtet wurde.

Ríos Montt wurde zu 50 Jahren wegen Völkermordes und 30 Jahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. "Das Gericht nennt mich einen Völkermörder, aber es hat nur mit Mutmaßungen gearbeitet", sagte Ríos Montt. "Das ist eine politische Show." Sein Anwalt Francisco García Gudiel kündigte Berufung an. Er sei zuversichtlich, dass das Urteil in einer höheren Instanz aufgehoben werde, zitierte ihn die Zeitung "Prensa Libre" in ihrer Onlineausgabe.   

Das Gericht ordnete die sofortige Festnahme des ehemaligen Staatschefs an. Bislang stand der 86-Jährige unter Hausarrest. "Ich habe keine Angst, ins Gefängnis zu gehen. Ich habe die Gesetze befolgt. Für meine Familie tut es mir leid", sagte Ríos Montt. Er wurde in ein Gefängnis auf dem Militärstützpunkt Matamoros gebracht. 

Die Staatsanwaltschaft hatte Ríos Montt konkret vorgeworfen, die Ermordung von mindestens 1771 Mitgliedern der Volksgruppe der Ixil im verarmten Departement Quiché im Norden des Landes angeordnet zu haben. Der Ex-Diktator hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und in seinem Schlussplädoyer die linke Guerillaorganisation EGP für das Blutbad verantwortlich gemacht. 

Der mitangeklagte ehemalige Geheimdienstchef José Mauricio Rodríguez Sánchez wurde freigesprochen. Er sei nicht direkt für die Gewalttaten verantwortlich zu machen, hieß es zur Begründung.

Richterin Barrios forderte die Staatsanwaltschaft zu weiteren Ermittlungen über die Verbrechen während des über 30 Jahre langen Bürgerkriegs auf. "Die Guatemalteken wollen in Frieden leben. Solche Verbrechen dürfen sich niemals wiederholen."

Nach der Urteilsverkündung brach im Gerichtssaal Unruhe aus, wie die US-Politikwissenschaftlerin Jo-Marie Burt sagte, die den Prozess beobachtete. Zahlreiche Menschen hätten applaudiert und gerufen: "Gerechtigkeit! Gerechtigkeit!"

dpa

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