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Politik Arztbesuche: Das System ist einfach ungerecht
Nachrichten Politik Arztbesuche: Das System ist einfach ungerecht
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09:54 11.09.2019
Quelle: NP
Hannover

Heute mit Wehwehchen zu Dr. A, morgen mit dem selben Schmerzchen zu Dr. B und weil die (überfüllten) Wartezimmer so schön sind, gehts übermorgen noch zu Dr. C. Wenn es nach dem obersten Ärztefunktionär Andreas Gassen geht, nutzen vollkaskoverwöhnte Patienten ihre Gesundheitskarten-Flatrate „gnadenlos aus“ und bringen damit das Gesundheitssystem zum Kollabieren.

Die sollen gefälligst dafür zahlen, sagt er und schlägt Wahltarife vor. Wer jederzeit zu jedem Arzt gehen will, solle mehr löhnen.

Was übrigens darauf hinauslaufen würde, dass die berühmte „zweite Meinung“ etwa vor Operationen teurer werden würde. Was Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem, die bereits heute bestehen, vertiefen und verbreitern würde. Dann gäbe es nicht nur Patienten erster und zweiter, sondern auch dritter, vierter, fünfter Klasse. Das Rundum-Sorglos-Paket, von dem Gassen spricht, gibt es ohnehin nur für Privatpatienten. Und dass Strafzahlungen nichts nützen, hat man bei der Praxisgebühr gesehen, die deswegen wieder in die Tonne getreten wurde.

Dass das Gesundheitssystem fiebert, hat viele Gründe. Ja, einer liegt bei Patienten mit einem großen Bedarf – warum auch immer – an Arztbesuchen. Ein anderer an dem Lobbyisteneinfluss gerade in dieser Branche. Und dass gleiche Dienstleistungen und Therapien unterschiedlich kosten. Eigentlich muss das ganze System auf den Prüfstand – von Symptombekämpfung halten nicht nur Ärzte wenig.

Notaufnahmen am Limit – kriegt es Spahn in den Griff?

Von Petra Rückerl