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Panorama Mann fand Behinderte zu laut und wurde zum Mörder
Nachrichten Panorama Mann fand Behinderte zu laut und wurde zum Mörder
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17:35 19.07.2011
Der Doppelmörder (zweiter von rechts) muss lebenslang ins Gefängnis. Quelle: dpa

Darmstadt. Für den Doppelmord an seinen lärmenden Nachbarn ist ein 41-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Darmstadt befand Andreas D. am Dienstag für schuldig, den Familienvater und seine Frau im südhessischen Babenhausen erschossen zu haben. Die behinderte Tochter überlebte die Tat vom 17. April 2009 nur knapp.

Nach jahrelangem Streit über die Schreie der behinderten Tochter und die brüllende Mutter lauerte Andreas D. dem 62-Jährigen vor dem Reihenhaus auf und tötete ihn. Dann schoss er der 58 Jahre alten Ehefrau, die im Haus schlief, zweimal in den Kopf. Danach richtete er die Waffe auf die damals 37-jährige Tochter, wie der Vorsitzende Richter Volker Wagner feststellte. "Die Tat wurde mit einem absoluten Vernichtungswillen begangen", sagte Wagner am Ende des fünf Monate dauernden Indizienprozesses.

Der Angeklagte habe vor allem den Lärm der Behinderten und die Schreie der "psychisch auffälligen Mutter" als unerträglich empfunden. Auch nachts sollen sie gebrüllt haben. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist keine vorzeitige Haftentlassung möglich. Der Angeklagte hatte die Tat bestritten. Er nahm das Urteil äußerlich gefasst auf. Seiner Ehefrau im Zuschauerraum kamen die Tränen. Die Indizien sprächen eindeutig gegen den Angeklagten, erläuterte Richter Wagner das Urteil.

Andreas D. habe sich auf seinem Firmencomputer eine Anleitung zum Bau eines einfachen Schalldämpfers ausgedruckt und den PC später kaputtgemacht, um Spuren zu beseitigen. Der Vorgang sei aber trotzdem entdeckt worden. Außerdem habe der 41-Jährige sich darüber informiert, wie Ermittler DNA-Beweise sichern und Spürhunde einsetzen. An der Kleidung des Mannes seien Schmauchspuren gefunden worden, die zweifelsfrei zur Tat passten. Die Kleidung habe der Mann jedoch nur bei vorherigen Schießübungen getragen.

Vor der Bluttat habe Andreas D. noch die Bewegungsmelder abgeklebt, um nicht auf sich aufmerksam zu machen. Der Angeklagte habe zudem die Lebensgewohnheiten seiner Nachbarn genau gekannt - beispielsweise, dass der 62-Jährige in aller Frühe den Müll rausbrachte. Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt, die Indizienkette sei lückenhaft. Sie will Revision einlegen. dpa

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