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Panorama Kachelmann muss vor Gericht
Nachrichten Panorama Kachelmann muss vor Gericht
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16:40 09.07.2010
Es wird eng für Jörg Kachelmann: Der Wetterexperte muss vor Gericht.
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Mannheim. Die 5. Große Strafkammer hat am Freitag die Anklage der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang zur Hauptverhandlung zugelassen und 15 Prozesstage bis zum 27. Oktober angesetzt. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren.

Kachelmann hat sich als unschuldig bezeichnet; sein Anwalt bezeichnete die Vorwürfe der inzwischen 37-jährigen Journalistin als frei erfunden. Die Verteidigung sieht sich durch die Ergebnisse zweier Gutachten in dieser Auffassung bestätigt.

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Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat am 19. Mai die Anklage erhoben. Sie wirft Kachelmann vor, seine langjährige Freundin in der Nacht auf den 9. Februar in ihrer Wohnung in Schwetzingen mit einem Messer am Hals verletzt und sie vergewaltigt zu haben. Er habe mehrmals gedroht, sie zu töten. Laut Staatsanwaltschaft wollte sich die Freundin nach elf Jahren von Kachelmann trennen, weil sie von seinen Beziehungen zu anderen Frauen erfahren hatte.

Kachelmann hatte dagegen ausgesagt, der Geschlechtsverkehr mit der Freundin sei einvernehmlich gewesen, und er habe keine Gewalt angewandt. Er war am 20. März nach dem Rückflug von Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der Rechtsanwalt teilte in einer Presseerklärung mit, Kachelmann habe am 24. März „stimmig und plausibel das von ihm Erlebte geschildert, nämlich die Vollziehung der Trennung der ohnehin von ihm als perspektivlos angesehenen Beziehung“. Der 37-Jährigen warf der Verteidiger „Lügen und Glaubwürdigkeitsmanipulationen“ vor.

Die 5. Große Strafkammer hatte den Antrag Birkenstocks auf Aufhebung des Haftbefehls am 1. Juli abgelehnt und die Aussagen der Ex-Freundin als glaubwürdig bezeichnet. Über die Haftbeschwerde des Verteidigers entscheidet das Oberlandesgericht Karlsruhe voraussichtlich in der Woche ab 19. Juli. Die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe hat beantragt, sie als unbegründet zurückzuweisen. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Freundin werde von der psychologischen Gutachterin Luise Greuel „in ihrer Gesamtheit“ gestützt, hieß es.

09.07.2010
09.07.2010
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