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Panorama Haftbefehl für Mord in Berliner Park - war die Tat politisch motiviert?
Nachrichten Panorama Haftbefehl für Mord in Berliner Park - war die Tat politisch motiviert?
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15:30 25.08.2019
Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort. In Berlin-Moabit soll ein Fahrradfahrer einen Mann erschossen haben. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Nach der Tötung eines Mannes auf offener Straße in Berlin ist Haftbefehl gegen einen 49-Jährigen wegen Mordes aus Heimtücke erlassen worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Samstagabend auf Twitter mit. Das Opfer sei ein 40 Jahre alter Georgier.

Die Tatwaffe und ein mutmaßliches Fluchtfahrrad konnten demnach sichergestellt werden. Die tödliche Attacke ereignete sich am Freitagmittag gegen 12 Uhr in der Parkanlage Kleiner Tiergarten in Berlin-Moabit. Der beschuldigte Russe sei in Untersuchungshaft, hieß es.

Zum Motiv oder näheren Umständen gab es auch am Sonntag keine Informationen. Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft wollte über seine Tweets hinaus keine Angaben machen.

Die Festnahme war am Freitagnachmittag bestätigt worden - wenige Stunden nach der Tat. Passanten hatten die Einsatzkräfte alarmiert. Die Polizei sprach von einem Radfahrer, der unter Verdacht stehe. Am Freitagabend fanden Taucher der Polizei die Tatwaffe, eine Pistole, in der Spree einige Hundert Meter vom Tatort entfernt. Auch das Fahrrad wurde dort gefunden. Den Informationen zufolge soll der Täter das Opfer in den Kopf geschossen haben.

Familie des Opfers berichtet von weiteren Anschlägen

Unbestätigt sind Informationen Berliner Medien, wonach der Georgier der Anti-Terror-Abteilung des georgischen Innenministeriums angehört haben soll. Nach den Berichten sind sowohl das Opfer wie der mutmaßliche Täter gebürtige Tschetschenen. Die Familie des Opfers berichtete in der „BZ am Sonntag“, es habe bereits mehrere Anschläge auf den Mann gegeben. Nach einem Mordanschlag in Tiflis sei der Mann aus Georgien geflohen und habe seitdem „unter Schutzidentität“ in Berlin gelebt.

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Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei brutalen Kriegen mit Zehntausenden Toten. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen.

Im islamisch geprägten Tschetschenien mit etwa 1,3 Millionen Einwohnern herrscht der kremltreue Republikchef Ramsan Kadyrow. Kritiker werfen ihm schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Bürgerrechtler beklagen ebenfalls eine Herrschaft mit mafiösen Clan-Strukturen und korrupten Beamten.

RND/dpa

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