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Panorama Nashörner werden ausgewildert - und in Ruanda an Leben in Freiheit herangeführt
Nachrichten Panorama Nashörner werden ausgewildert - und in Ruanda an Leben in Freiheit herangeführt
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23:06 25.06.2019
Eines der Zoo-Tiere erkundet seinen Eingewöhnungs-Stall in Ruanda. Quelle: Scott Ramsay/African Parcs
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Prag/Kigali

Von einst Tausenden sind nur noch um die 700 übrig: Das Ostafrikanische Spitzmaulnashorn ist stark vom Aussterben bedroht. In einer einmaligen Aktion wurden nun fünf in europäischen Zoos geborene Tiere nach Ruanda geflogen. Dort sollen sie nach einer Akklimatisierungszeit im Akagera Nationalpark ausgewildert werden.

Die Tiere wurden in Zoos in Dänemark, Großbritannien und Tschechien geboren, bereits im vergangenen November wurden alle fünf nach Prag in den Tierpark Dvůr Králové gebracht, um sie auf den Transport vorzubereiten. Es handelt sich um drei Weibchen und zwei Männchen, die zwischen zwei und neun Jahre alt sind, und von der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) an die ruandische Regierung gespendet werden.

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Fünf Ostafrikanische Spitzmaulnashörner, die in Zoos in Dänemark, Großbritannien und Tschechien geboren wurden, haben ihre erste Schritte Richtung Freiheit gemacht. In Ruanda sollen sie sich vor der endgültigen Auswilderung erst an die Gegebenheiten anpassen.

Historischer und symbolischer Moment

„Wir haben uns jahrelang auf diesen Moment vorbereitet und freuen uns, nun den Park revitalisieren zu können“, sagt Park-Manager Jes Gruner. „Der Transport der fünf Nashörner aus Europa ist historisch und symbolisch zugleich, er zeigt, was möglich ist, wenn verschiedene Partner zusammenarbeiten, um stark gefährdete Tierarten zu schützen.“

Für die EAZA ist die größte Umsiedlung von Nashörnern aus Europa nach Afrika ein Beispiel dafür, wie Zoos zur Arterhaltung von Wildtieren beitragen können, heißt es in einer Mitteilung. Allerdings ist die Auswilderung auch deshalb so speziell, weil nur wenige Tiere überhaupt dafür infrage kommen, nämlich nur solche, die beispielsweise robust genug sind und die genetischen Voraussetzungen erfüllen.

Die fünf Nashörner waren 30 Stunden unterwegs

Jasiri, Jasmina, Olmoti, Mandela und Manny, wie die Tiere heißen, waren insgesamt 30 Stunden unterwegs, in einem Frachtflugzeug wurden sie nach Kigali und von dort aus in Lastwagen zum Nationalpark gebracht. Am Dienstagmittag kamen sie am vorläufigen Ziel an. Ein Tierarzt und Tierpfleger hatten dabei permanent ein Auge auf die Tiere. Derzeit befinden sie sich in einer Art Vorzone des Parks, dort sollen sie sich an das Umfeld gewöhnen, ehe sie in ein größeres Außengelände umziehen, um dann im letzten Schritt im Norden des Nationalparks freigelassen werden.

Einst lebte das Ostafrikanische Spitzmaulnashorn in verschiedenen afrikanischen Staaten, heute finden sich Exemplare hauptsächlich in Kenia und vereinzelt in Tansania und Ruanda. Die Tiere sind wegen ihres Horns begehrt bei Wilderen, weshalb sie inzwischen nahezu ausgestorben sind. Das Östliche Spitzmaulnashorn galt seit 2007 in Ruanda als ausgestorben. Anti-Wilderei-Projekte führten dazu, dass Tierschützer 2017 gefangene Tiere auswildern konnten, ebenso wie Löwen im Jahr 2015.

Von RND/msk