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Panorama "Goldener Windbeutel" für Capri-Sonne-Hersteller
Nachrichten Panorama "Goldener Windbeutel" für Capri-Sonne-Hersteller
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14:15 16.05.2013
Annahme verweigert: Der Hersteller der Capri-Sonne will den Negativ-Preis «Goldener Windbeutel» nicht. Foodwatch wirft dem Unternehmen aggressives Marketing bei Kindern vor. Quelle: Fredrik von Erichsen
Berlin/Eppelheim

Bei einer Abstimmung im Internet hatte das Getränk der Sisi-Werke (Eppelheim bei Heidelberg) unter fünf Produkten die meisten Stimmen bekommen, wie Foodwatch mitteilte. Die Organisation kritisiert, dass die Firma mit ihrem Marketing auch gezielt Kinder anspreche. Der Konsum zuckerhaltiger Getränke sei ohnehin schon zu hoch. Viele Kinder seien übergewichtig.

Der Capri-Sonne-Hersteller, der zur Unternehmensgruppe Wild gehört, weigerte sich am Donnerstag, den Negativ-Preis anzunehmen. Eine Abordnung von Foodwatch war zum Firmengelände gekommen, musste den Preis aber schließlich wieder mitnehmen. Die von der Organisation erhobenen Vorwürfe seien "nicht haltbar", teilten die Sisi-Werke mit. Die Zutaten der Capri-Sonne seien detailliert und vollständig auf jedem Beutel des Getränks deklariert.

Außerdem könne der Verbraucher aus einer Vielfalt an Getränken wählen. So gebe es neben der klassischen Capri-Sonne auch zuckerreduzierte Varianten sowie eine Bio-Schorly, die aus Frucht und Quellwasser bestehe. Den Vorwurf, gezielt bei Kindern zu werben, hatte das Unternehmen in einer Stellungnahme vor einigen Wochen relativiert: Die Werbung richte sich in erster Linie an Eltern.

Neben der Capri-Sonne hatte Foodwatch vier weitere Lebensmittel zur Abstimmung gestellt, die nach Ansicht der Verbraucherschützer besonders aggressiv bei Kindern beworben werden. An der Wahl hätten sich fast 120 000 Menschen beteiligt. Auf die Capri-Sonne entfielen knapp 43 Prozent, so Foodwatch.

Die Ausrichtung des Preises auf aggressive Marketingmethoden bei Kindern ist neu. In den Vorjahren hatte es den "Goldenen Windbeutel" für die "Werbelüge des Jahres" gegeben, "prämiert" wurde unter anderem die Milch-Schnitte.

Foodwatch-Chef Thilo Bode forderte in einem Gespräch mit den "Ruhr Nachrichten" (Donnerstag) ein Werbe- und Marketingverbot für Lebensmittelkonzerne an Schulen und Kindergärten. "Es darf keine Produktproben für Kitas, keine Unterrichtsmaterialien von Unternehmen, kein Sponsoring von Schulaktivitäten und keine Markenwerbung unter dem Deckmantel von Bildungsprogrammen mehr geben", sagte er der Zeitung.

dpa

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