Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Drei Millionen bei Kieler Woche
Nachrichten Panorama Drei Millionen bei Kieler Woche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 26.06.2011

Kiel. Mit der traditionellen Windjammerparade und knapp drei Millionen Besuchern ist die Kieler Woche an diesem Wochenende zu Ende gegangen. Nach dem größten Sommerfest Nordeuropas zogen Stadt und Polizei eine positive Bilanz. "In Kiel kommen noch fast drei Millionen Menschen und feiern so, als würde die Sonne scheinen", sagte Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) zum Abschluss der 117. Kieler Woche am Sonntag.

Die Polizei verzeichnete einen Rückgang an Strafanzeigen wegen Körperverletzungen und Raubtaten. Ein Höhepunkt des zehntägigen Segelereignisses, das als das größte der Welt gilt, war die Windjammerparade am Samstag - mit einem Wermutstropfen: Die "Gorch Fock", sonst oft das Flaggschiff, lag am Kai. Nach den Vorfällen rund um den tödlichen Unfall einer Kadettin durfte sie nicht auslaufen. "Aber in unseren Herzen segelt die "Gorch Fock" mit uns, und wir wünschen uns nichts mehr, als dass sie nächstes Jahr wieder Führungsschiff sein wird", sagte Albig.

Zehntausende verfolgten am Samstag den Zug von mehr als 120 Groß- und Traditionsseglern sowie kleineren Schiffen an der Förde. Sie hatten bei Sonnenschein und leichter Brise vormittags die Segel gesetzt, allen voran die "Alexander von Humboldt", die schon von weitem an ihren grünen Segeln zu erkennen war. Rund 2000 Veranstaltungen zählte das Fest dieses Jahr, darunter 300 Konzerte - etwa von Juli, Revolverheld und Sunrise Avenue. 4500 Segler kamen aus 56 Ländern; es gab mehr als 400 Starts. Nahe dem Landtag konnten rund 350 000 Kinder die Welt von Michael Endes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotuivführer" mit entstehen lassen.

Auch angesichts der tödlichen Massenpanik im vergangenen Sommer in Duisburg setzte die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt dieses Jahr auf ein neues Sicherheitskonzept und begrenzte die Besucherzahl an der Bühne an der Hörn auf 8000. Albig verteidigte diesen Schritt. So seien 2010 beim Nena-Konzert viel zu viele Menschen auf viel zu engem Raum gewesen. "Keiner von uns hätte das kontrollieren können".

Die Polizei registrierte weniger Anzeigen wegen Rohheitsdelikten - zum Beispiel Körperverletzungen - als im Vorjahr: Nach 138 im Jahr 2010 kam sie nun auf 113. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Kieler Woche", sagte der Chef der Kieler Polizeidirektion, Thomas Bauchrowitz. Rund 90 Tatverdächtige ermittelten die Beamten. Vier Menschen erteilte die Polizei während des gesamten Festes ein Aufenthaltsverbot. Aus Sorge vor Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rockergruppen hatte sie zudem verboten, während der Kieler Woche Kutten zu tragen. Das habe gut gefruchtet, sagte Bauchrowitz.

Die Bundespolizei, die am Hauptbahnhof und in den Zügen für Sicherheit sorgte, zählte mehr als 20 Strafanzeigen, unter anderem wegen Diebstahls und Körperverletzung. Am Sonntag erhielt die in Schleswig geborene Theologin Uta Pohl-Patalong den mit 10 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Stadt Kiel. Zum Abschluss des Festes sollte es noch einmal richtig krachen: Am späten Abend war ein Feuerwerk über Kiel geplant. dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!