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Panorama Bluttat in Göttingen: So flüchtete der mutmaßliche Mörder aus dem Zug
Nachrichten Panorama Bluttat in Göttingen: So flüchtete der mutmaßliche Mörder aus dem Zug
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17:35 27.09.2019
Das Fenster eines Zuges, aus dem der mutmaßliche Mörder von Göttingen geflüchtet sein soll. Quelle: Marie Nehrenberg-Leppin/dpa

In letzter Minute soll ein mutmaßlicher Frauenmörder der Polizei durch einen Sprung aus einem Zugfenster entkommen sein. Der gesuchte Mann ist dringend tatverdächtig, am Donnerstag in Göttingen eine 44-jährige Bekannte auf der Straße getötet zu haben. Eine Frau, die dem Opfer zur Hilfe kam, wurde lebensgefährlich verletzt. Am Freitagmorgen wollen Augenzeugen den 52-jährigen Deutschen, nach dem die Polizei mit zwei Fotos fahndet, in einem Nahverkehrszug Richtung Hannover entdeckt haben.

„Es gab einen Hinweis vom Personal des Zuges auf den Gesuchten“, sagte eine Sprecherin der zuständigen Polizeiinspektion Göttingen. „Als die Beamten eintrafen, flüchtete die Person aus dem Zug.“

Nach Medienberichten schloss das Zugpersonal ihn im Abteil ein und alarmierte die Bundespolizei. Demnach gelang es dem mutmaßlichen Mörder auf dem Bahnhof Elze nahe Hildesheim zu entkommen. „Die gesuchte Person schlug mit einem Nothammer von innen die Scheibe ein und entkam anschließend zu Fuß in unbekannte Richtung“, sagte die Sprecherin. Sie warnte davor, den wahrscheinlich noch bewaffneten Mann anzusprechen. „Die Suche dauert weiter an“, sagte sie am Nachmittag. „Wir betrachten Elze als eine sehr heiße Spur.“

Tödliche Attacke auf Frau in Göttingen: Fahndung geht weiter

„Ich wusste nicht, was los ist“

Der Bahnhof der Kleinstadt war ab etwa 6 Uhr für rund fünf Stunden mit rot-weißem Flatterband gesperrt. Mehrere Streifenwagen und zahlreiche Beamte waren im Einsatz, auch Spürhunde. Ein Polizeihubschrauber kreiste entlang der Bahnstrecke.

Der Zug, aus dem der mutmaßliche Täter flüchtete, stand am Mittag noch auf Gleis 4. Ein Fenster war mit einer Plastikfolie abgeklebt, Glassplitter lagen auf dem Boden. Die Streckensperrung wurde nach Angaben der Deutschen Bahn gegen 11.45 Uhr wieder aufgehoben.

Sina Probst wurde von dem Einsatz überrascht, als sie zur Arbeit kam. „Es war schon gesperrt. Ich wusste nicht, was los ist“, sagte die Angestellte der Bahn, die Fahrkarten im Bahnhof Elze verkauft. Ärger darüber, dass keine Züge fuhren, hätten nur wenige geäußert. „Viele Menschen waren beunruhigt.“

Am Vormittag wurde es ruhiger am Bahnhof Elze. Zwei Paare kamen mit Trolleys. Sie wollten mit dem Zug über das Wochenende nach Hamburg reisen. „Ist die Strecke noch nicht wieder frei? Wurde der Mann nicht schon in Rössing gefasst?“, fragte eine der Frauen. Vor dem Bahnhof wurde sich auch erzählt, der mutmaßliche Mörder sei durch ein Wohngebiet geflüchtet. Auch im acht Kilometer entfernten Rössing waren Beamte mit Spürhunden unterwegs gewesen.

Mehrfach vorbestraft

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung hatte der Mann das Opfer am Donnerstagmittag in Göttingen nach einem Streit auf der Straße zunächst niedergestochen. Danach soll er mit einem Feuerlöscher auf die Frau eingeschlagen, sie mit Benzin übergossen und angezündet haben. Die Polizei wollte zu diesen Details auch aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nichts Näheres sagen. Laut „Göttinger Tageblatt“ ist der Mann bereits wegen Sexualdelikten vorbestraft und hat mehrere Jahre in Haft gesessen. „Er ist wegen verschiedener Delikte polizeibekannt, darunter auch Bedrohung und Nötigung“, sagte die Sprecherin dazu.

Den Beamten zufolge floh der Mann nach dem Verbrechen auf einem Fahrrad mit Packtaschen. Der Bereich rund um den Tatort war weiträumig abgesperrt worden. Die Deutsche Bahn sperrte bereits am Donnerstag vorsorglich den Göttinger Bahnhof und die Strecke zwischen Hannover und Kassel, mehrere Züge im Fernverkehr wurden umgeleitet. Die Sperrung war zwischenzeitlich aber wieder aufgehoben worden.

RND/dpa/msc

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