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Panorama Amerikas Kosmetikbranche schwört auf „Made in Germany“
Nachrichten Panorama Amerikas Kosmetikbranche schwört auf „Made in Germany“
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10:36 29.04.2019
Deutsche Kosmetikmarken wie Weleda und Dr. Hauschka sind in den USA geradezu zum Kult geworden. Quelle: Foto: Marijan Murat/dpa
New York

Bestimmte deutsche Importe sind schon lange Dauerbrenner beim amerikanischen Konsumenten. Autos gehören zweifellos dazu, ebenso deutsches Brot und Bier, nebst der deutschen Gemütlichkeit. In den vergangenen Jahren kommen zunehmend auch Dinge wie elektronische Tanzmusik und deutsche Kunst hinzu, die in US-Museen und Galerien eine immer größere Anhängerschaft finden.

Im Beauty- und Fashion-Sektor schaute man bislang von New York oder Hollywood aus eher nach Frankreich, Italien oder Fernost. Sicher, Karl Lagerfeld, Jil Sander und Hugo Boss sind auch hier ein Begriff. Aber sie hatten bei Weitem nicht die Zugkraft wie Versace, Yves Saint Laurent, japanische Essenzen oder koreanische Cremes.

Deutsche Kosmetikmarken dominieren Regale von Drogerien

Das scheint sich nun zu ändern. Vergangenes Jahr dominierten immer stärker deutsche Marken die Regale einschlägiger Drogerien, Beauty-Geschäfte und organischer Supermärkte. Marken wie Weleda und Sturm sind geradezu zum Kult geworden.

Der Trend hat einen Namen: Man spricht von G-Beauty, wie man bisher von K-Pop oder J-Pop für koreanische und japanische Popmusik gesprochen hat. Das Label bedeutet für US-Konsumentinnen „wissenschaftlich fundierte, saubere Produkte, die hoch effektiv sind und Resultate bringen“, wie Maria Beck, Mitbegründerin der Kosmetik-Kette Bluemercury, sagt.

Wie ein BMW ist auch die Weleda-Creme wissenschaftlich durchdacht

In gewissem Sinn schlagen also auch in diesem Bereich die positiven deutschen Stereotypen durch. So wie ein BMW ist auch die Weleda-Creme bis ins Letzte wissenschaftlich durchdacht. Darauf springen nicht nur die Durchschnittskonsumentinnen an. Bei einer Umfrage des Magazins „In Style“ gaben sowohl Sängerin Rihanna als auch Schauspielerin Julia Roberts und Modedesignerin Victoria Beckham an, dass Weleda zu ihren Lieblingsprodukten gehöre.

Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucherinnen in deutsche Produkte ist durchaus gerechtfertigt. Die Qualitätsstandards für Kosmetikprodukte in Deutschland sind im internationalen Vergleich hoch. Strenge Auflagen für die Zutaten garantieren einen geringen Anteil an Chemie und anderen schädlichen Stoffen. Hersteller wie Dr. Hauschka achten peinlich genau auf die Integrität ihrer Inhaltsstoffe.

G-Beauty hat Aura eines Luxusprodukts für Ladys der Fifth Avenue

So hat G-Beauty die Aura eines Luxusprodukts für die Ladys der Fifth Avenue. Wer Weleda, Hauschka oder Sturm kauft, gönnt sich nur das Beste. Und ist bereit, dafür gutes Geld hinzulegen. Die Triple-Lipid-Creme von Dr. Hauschka etwa kostet im US-Einzelhandel 128 Dollar.

Ob das Marketingkonzept der G-Beauty letztlich wirklich sinnvoll ist, bezweifeln allerdings sogar die Profiteure des Trends. So sagte Barbara Sturm, Gründerin der gleichnamigen Marke: „Nationalität alleine sagt nicht so viel über die Qualität eines Produkts aus. Hautpflege ist ja nicht die Olympiade.“ Gegen den Wettbewerbsvorteil, den die Aura der deutschen Wertarbeit ihren Cremes verschafft, wehrt sich allerdings auch Frau Sturm nicht.

Trump dürfte Hang zu deutscher Kosmetik kaum gefallen

Dem US-Präsidenten dürfte der Hang zum Deutschen in der Kosmetikbranche kaum gefallen. Ihm ist ja bekanntlich bereits die Beliebtheit deutscher Autos in den USA ein Dorn im Auge. Allzu große Sorgen muss er sich allerdings nicht machen, der Anteil der Importe am US-Kosmetik-Sektor beträgt bislang nur 45 Prozent. Deutsche Produkte spielen da nur eine geringe Rolle.

Aber wie die BMWs, Mercedese und Audis setzen G-Beauty-Produkte Maßstäbe. „Made in Germany ist ein Gütesiegel. Wir liefern die innovativsten Produkte auf dem Markt“, sagt Michael Schumacher, CEO der Biomarke Harbor. Die Botschaft ist diesseits des Atlantiks angekommen.

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Von Sebastian Moll/RND

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