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Niedersachsen Wulffs Berater Dr. Mathias Middelberg will weniger Staat
Nachrichten Niedersachsen Wulffs Berater Dr. Mathias Middelberg will weniger Staat
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22:38 04.02.2010
Von Michael Grüter
Mathias Middelberg (CDU) sitzt nun im Finanz­ausschuss des Bundestages Quelle: Ralf Decker

Er hat den Schreibtisch gewechselt, bleibt aber der Wirtschaftspolitik erhalten. Der Wirtschaftsjurist, Dr. Mathias Middelberg, bis vor Kurzem Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik in der niedersächsischen Staatskanzlei, vertritt den Wahlkreis 40, Osnabrück und Umgebung, als direkt gewählter CDU-Abgeordneter im Bundestag.

Der Neuparlamentarier schaut durch eine randlose runde Brille und dank seiner Körpergröße von recht hoher Warte auf die Welt. Auf dem für ihn neuen Berliner Terrain machte er eine wichtige Beobachtung: „Wer im Bund Wirtschaftspolitik machen will, findet im Finanzausschuss den entscheidenden Punkt.“

Mögen sich andere Parlamentarier im Wirtschaftsausschuss um die Psychologie der Wirtschaftspolitik verdient machen oder im Haushaltsausschuss öffentliche Mittel verteilen – Middelberg sieht seine Aufgabe darin, bereits im Vorfeld im Reich der Zahlen die Weichen zu stellen. Er will im Finanzausschuss darauf achten, dass die Kräfte der sozialen Marktwirtschaft weder durch überbordende Steuerlasten noch durch unnötigen bürokratischen Aufwand eingeschnürt werden. Zu seinem Glück fand er gewichtige Fürsprecher und wurde von der Fraktion gegen Konkurrenz in den begehrten Ausschuss entsandt. Sein Spezialgebiet ist dort das Unternehmenssteuerrecht.

In ersten Beratungen der Arbeitsgruppe Finanzen der Fraktion verblüffte Middelberg Kollegen und Vertreter des Finanzministeriums mit seinem Drängen auf Verringerung des bürokratischen Aufwandes. „Große Konzerne“, so seine Erfahrung, „haben keine Probleme mit ausgeklügelten Steuergesetzen. Wer dem Mittelstand helfen will, muss das Steuerrecht vereinfachen.“

Bevor Middelberg in den Staatsdienst eintrat, sammelte er Managementerfahrungen in Energie- und Luftfahrtunternehmen. Anfang 2005 wurde der Jurist für Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff in der Staatskanzlei tätig. Der 45-jährige Middelberg kennt Wulff noch aus Schülerzeiten. Der damalige Bundesvorsitzende der Schüler-Union beeindruckte den fünf Jahre jüngeren Middelberg mit einer Rede, sodass dieser dem Unions-Club beitrat.

In der Staatskanzlei wurde Middelberg zu Wulffs wichtigstem Mitarbeiter in der juristischen Schlacht um VW. Der „Spiegel“ und die „Wirtschaftswoche“ vermerkten anerkennend, wie Wulffs „Chefberater“ Middelberg half, hochkarätige Juristen des Porsche-Konzerns im Kampf um die Sperrminorität des Landes auszumanövrieren. Das war pragmatische Industriepolitik, frei von ordnungspolitischen Hemmungen. Niedersachsen setzte sich – dank der Hilfe mächtiger Verbündeter wie Ferdinand Piech und Kanzlerin Angela Merkel – gegen Baden-Württemberg beim Kampf um den Sitz des größten deutschen Automobilkonzerns durch.

VW war die Ausnahme, nicht der Paradefall“, sagt Middelberg in der Rückschau. In der Bewältigung der Krise müsse die Politik konsequent auf marktwirtschaftliche Kräfte setzen. Der CDU-Abgeordnete beschreibt seine Position als christlich-liberal, konservativ in der Wertorientierung, liberal in der Wirtschaftspolitik.

Middelberg ist katholisch und unverheiratet. Entspannung findet er beim Tennis und historischer Lektüre.

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