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Niedersachsen Wiesenhof tritt Flucht nach vorn an
Nachrichten Niedersachsen Wiesenhof tritt Flucht nach vorn an
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21:19 12.01.2010
Von Carola Böse-Fischer
Schlimme Zustände in der Hühnerfarm: Monatelang wurden die Tiere brutal gequält. Quelle: lni

Das Image des PHW-Konzerns – Verbrauchern durch seine Geflügelmarke Wiesenhof bekannt – ist lädiert. Es ist fraglich, ob sich das bislang öffentlichkeitsscheue Unternehmen der Familie Wesjohann in Rechterfeld (Kreis Vechta) von dieser Krise erholen wird.

Auslöser ist ein am Montagabend ausgestrahlter Bericht des ARD-Magazins „Report Mainz“. Die Filmaufnahmen lassen keinen Zweifel an dem Skandal zu: In einem Betrieb in Twistringen im Kreis Diepholz mit 25.000 Hühnern, der als Vertragspartner für Wiesenhof arbeitete, wurden Tausende Tiere brutal durch Genickbruch getötet, Tiertransporte gingen mit Knochenbrüchen einher. Wegen dieser eklatanten Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hat die Tierrechtsorganisation Peta Strafanzeige gegen Wiesenhof gestellt. Im Gefolge rief der Deutsche Tierschutzbund die Verbraucher zum Boykott von Wiesenhof-Produkten und aus Intensivhaltung auf.

Wiesenhof selbst trat die Flucht nach vorn an. Nicht nur die Hauptverantwortlichen wurden gefeuert, auch die Zusammenarbeit mit der Transportfirma wurde eingestellt. Am Dienstag erstattete die PHW-Gruppe Strafanzeige gegen den Farmleiter und Peta, wie ein Sprecher des Konzerns sagte.

An den „schockierenden Verstößen gegen den Tierschutz“ gebe es nichts zu deuteln, hieß es. Aber Wiesenhof habe den „begründeten Verdacht“, dass der Farmchef durch Peta „instrumentalisiert“ worden sei, sagte der Sprecher. Demnach ist der Betriebsleiter erst seit Januar 2009 Vertragspartner bei Wiesenhof gewesen. Im Juni habe er den Vertrag per Ende November 2009 schon wieder gekündigt. Von Januar bis Oktober habe er „mit fest installierten Kameras“ in der Farm zusammen mit Peta die Aufnahmen gemacht, die zum Teil von „Report Mainz“ gesendet worden seien.

In der Strafanzeige gegen den Farmleiter wirft Wiesenhof diesem vor, dass er als Verantwortlicher für den Betrieb – statt die Tierquälerei abzustellen und dem Veterinäramt zu melden – die Verstöße gegen den Tierschutz zugelassen und „zur Dokumentation“ genutzt habe. Die Strafanzeige gegen Peta wird damit begründet, dass die Tierrechtsorganisation bewusst gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe – um mit den Bildern mediale Aufmerksamkeit zu erlangen.

Für den Deutschen Tierschutzbund steht fest: „Die Vorfälle mögen in der Schwere ein Einzelfall sein“, viele Tierquälereien in der Geflügelhaltung seien jedoch „systemimmanent“. Der Verband will deshalb eine Kampagne gegen diese Form der tierquälerischen Intensivhaltung starten. Politische Konsequenzen forderte die Opposition zum Deutschen Bauernverband, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), von Bundes- und Landespolitikern. Dazu gehört laut AbL eine Verbesserung der Haltungsvorschriften und ein Verbot von „agrarindustriellen Großanlagen“.

Die PHW-Gruppe ist mit der Produktion von 270 Millionen Hühnern pro Jahr Marktführer in Deutschland. Zuletzt erzielte der Konzern einen Umsatz von 1,93 Milliarden Euro, davon allein 1,1 Milliarden Euro mit der Marke Wiesenhof.

Die endgültige Entscheidung über die Schließung des Atommülllagers Asse verzögert sich offenbar. Vor der Entschließung für ein Stilllegungskonzept wird vermutlich zunächst stichprobenartig überprüft, in welchem technischen Zustand sich die Atommüllfässer in dem stillgelegten Salzbergwerk befinden.

Margit Kautenburger 12.01.2010

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