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Niedersachsen Wanka: Hürden 
für Studium 
sinken weiter
Nachrichten Niedersachsen Wanka: Hürden 
für Studium 
sinken weiter
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21:01 09.05.2010
Von Klaus Wallbaum
Johanna Wanka wirbt um 
Ingenieure. Quelle: dpa
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Es solle außerdem ermöglicht werden, dass Schulabgänger ohne Abitur zunächst eine Berufsausbildung absolvieren und anschließend einen erleichterten Zugang zu den Universitäten finden, sagte die CDU-Politikerin dieser Zeitung. Im neuen Hochschulgesetz würden die vor einem Beginn des Studiums aufgerichteten Hürden weiter abgesenkt, gleichzeitig solle auf Leistung und Qualität aber nicht verzichtet werden.

Wegen des doppelten Abiturjahrgangs 2011 wird mit einem kräftigen Anstieg der Zahl der Schulabgänger gerechnet. Statt 44 000 wie in diesem Jahr werden dann voraussichtlich 69 800 junge Menschen die Schulen verlassen. Wanka sagte, die Hochschulen seien darauf gut vorbereitet, mit dem Hochschulpakt seien in den vergangenen dreieinhalb Jahren 11 200 zusätzliche Studienplätze geschaffen worden. In den nächsten fünf Jahren seien noch einmal 35 500 weitere Plätze für Studienanfänger vor allem an den Fachhochschulen geplant. „Ich denke aber, dass nicht alle Abiturienten auch studieren wollen“, sagte Wanka.

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Die zusätzlichen Schulabgänger böten auch den Handwerksbetrieben eine „enorme Chance“. Die Ministerin betont, dass der Weg zur beruflichen Ausbildung nicht unbedingt als eine Absage an ein Studium an der Hochschule verstanden werden dürfe. Im neuen Hochschulgesetz, das im Sommer im Landtag beschlossen werden soll, sind mehrere Wege aufgezeigt, wie nach der Berufsausbildung ein Fachstudium begonnen werden kann. Dies gilt sogar ohne vorheriges Abitur, sofern eine dreijährige Berufspraxis besteht. Auf diese Weise könnten Krankenschwestern Medizin und Elektriker E-Technik studieren. Wanka schließt nicht aus, dass die Übergänge von der Berufsausbildung zum Hochschulstudium noch weiter gesenkt werden könnten. „Das werden wir prüfen“, sagte sie, „natürlich ohne Qualitätsabstriche im Studium selbst“.

Nach Ansicht der Ministerin sind die Hochschulen auch technisch für den erwarteten Zuwachs an Studienanfängern gerüstet, bei Laborplätzen wie auch bei Vorlesungssälen. „Wahrscheinlich werden die Hochschulen auch Räume anmieten müssen“, sagte Wanka. Großen Wert lege sie auch auf eine gute Studienberatung der Studienanfänger. Sie sollten die Chance haben, in den ersten Jahren an der Universität die Fachrichtung leichter wechseln zu können. Oft herrsche Unkenntnis über die Studieninhalte vor. Als „besonderes Problem“ bezeichnet Wanka den Mangel an Studenten der Ingenieurwissenschaften. In Deutschland fehlen 60 000 Ingenieure.