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Niedersachsen Verkehrsminister warnt vor Blitzern auf der A 2
Nachrichten Niedersachsen Verkehrsminister warnt vor Blitzern auf der A 2
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22:04 14.10.2011
Von Saskia Döhner
„Anwalt der Raser“?: Verkehrsminister Bode. Quelle: dpa
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Hannover

Bode sagte am Freitag, das Land werde jeweils 500 und 100 Meter vor dem neuen Radargerät großflächige Warnschilder montieren lassen. Der Minister erhofft sich davon „einen ruhigeren Verkehrsfluss und weniger Unfälle“. Ohne Warnschilder würden Autofahrer vor Radarfallen oft abrupt abbremsen und danach wieder beschleunigen. Die neuen Blitzer sollen an Leitsystemen installiert werden, die je nach Verkehrsdichte ein flexibles Tempolimit vorschreiben.

Bei der Opposition kam Bodes Vorstoß am Freitag gar nicht gut an. Der FDP-Politiker wolle sich als „Anwalt der Raser bei den Stammtischen beliebt machen“, kritisierten die Grünen. Die Linken forderten statt flexibler Geschwindigkeitsbegrenzungen ein generelles Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf der A 2. Vom ADAC gab es hingegen Lob. Die Warnschilder seien ein Service für die Autofahrer, sagte Sprecherin Christiane Rettig. Den Kommunen, die die Blitzer aufstellen wollen, gehe es darum, sich neue Einnahmequellen zu verschaffen, und nicht um mehr Verkehrssicherheit. Viele Unfälle würden nicht durch zu schnelles Fahren, sondern zu hohes Verkehrsaufkommen oder defekte Lastwagen verursacht.

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„Gegen den Vorwurf der Geldschneiderei verwahre ich mich entschieden“, entgegnete die Gifhorner Landrätin Marion Lau. „Wir wollen tödliche Unfälle verhindern, nicht Autofahrer abzocken.“ Alle Blitzgeräte würden an Stellen aufgestellt, die von der Polizeidirektion Braunschweig in einer Studie als Unfallschwerpunkte ausgemacht worden seien, sagte die Gifhorner Verkehrsdezernentin Evelin Wißmann.

Dennoch sind Blitzer für Kommunen ein lukratives Geschäft. Rund zwei Millionen Euro soll etwa das neue Blitzgerät dem Kreis Peine bringen. Landrat Franz Einhaus hat nach eigenem Bekunden nichts gegen Bodes Warnschilder. „Alles, was die Verkehrssicherheit erhöht, kommt uns entgegen“, sagte er. Die zahlreichen schweren Unfälle auf der A 2 machten nicht nur der Feuerwehr zu schaffen, sondern auch den angrenzenden Ortschaften, durch die sich die Autos quälen müssten, wenn die Autobahn dicht sei. Im Übrigen werde niemand gezwungen, zu schnell zu fahren.

Der ADAC rügte, dass die Software an den Verkehrsleitsystemen oft noch fehlerhaft sei: „Wenn auf freier Strecke Tempo 80 vorgeschrieben wird, ist das unsinnig.“ Laut Bode ist die Software inzwischen deutlich verbessert worden.