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Niedersachsen Freibad-Chef: Bewährungsstrafe nach Tod von Zweijähriger
Nachrichten Niedersachsen Freibad-Chef: Bewährungsstrafe nach Tod von Zweijähriger
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12:23 31.05.2018
Vor dem Justizgebäude steht eine Satue der Göttin Justitia. Quelle: Stefan Puchner/Archiv
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Hannover

Als Bewährungsauflage muss er 10 000 Euro in monatlichen Raten an die Eltern des getöteten Mädchens zahlen, wie das Amtsgericht Hannover am Donnerstag mitteilte. Das Kind war im Juli 2016 in einen rund vier Meter tiefen Schacht an einer Liegewiese gestürzt, der nicht ausreichend gesichert war. Nach Überzeugung des Gerichts ist der Geschäftsführer dafür verantwortlich, dass die Abdeckplatte an dem Unglückstag nur quer über dem Schacht lag. Das Kleinkind stürzte durch einen mindestens 14,5 Zentimeter breiten Spalt in die Tiefe und wurde erst nach zweistündiger Suche bewusstlos gefunden. Es starb wenig später in einer Klinik.

"Das Gericht hat ausgeschlossen, dass Dritte den Deckel geöffnet hatten", sagte Gerichtssprecher Jens Buck. Dafür seien Sachkenntnis und spezielles Werkzeug notwendig. Es gebe drei Szenarien, in allen Fällen habe es eine Verletzung der Sorgfaltpflicht des Freibad-Chefs gegeben. So könnte er bei seinem Rundgang morgens doch nicht genau geschaut haben, ob der Deckel zu war. Möglicherweise war der Schacht mit dem Rohrsystem für das Freibad auch verbotenerweise zum Teil offengelassen worden, weil an dem Tag eine Wasserspülung erfolgen sollte. Auch könnte der Geschäftsführer einen Bademeister gebeten haben, dort den Wasserpegel zu messen, obwohl nur er allein dafür zuständig war.

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dpa