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Niedersachsen Land will mehr für Quereinsteiger tun
Nachrichten Niedersachsen Land will mehr für Quereinsteiger tun
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17:22 05.11.2018
Qualifizierte Mathelehrerin: Für Quereinsteiger soll es künftig mehr Unterstützung geben. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Die Landesregierung will mehr für Quereinsteiger tun. So sollen künftige Lehrer ohne entsprechende Ausbildung ab Dienstbeginn an den berufsbegleitenden Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Außerdem – und das ist neu – sollen sie vor Aufnahme ihrer Lehrtätigkeit die Möglichkeit haben, ein Vorbereitungsseminar zu besuchen. Das teilte die Landesregierung in ihrer schriftlichen Antwort auf die Kleine Anfrage von Björn Försterling (FDP) und Julia-Willie Hamburg (Grüne) mit.

FDP kritisiert schlechte Vorbereitung

Eine Verbesserung – so scheint es. Doch Försterling genügt das nicht: „Die Vorbereitungsseminare finden nicht ein halbes Jahr im Voraus statt, sondern lediglich eine Woche vor Unterrichtsbeginn.“ Das sei nicht genug. „Die Quereinsteiger benötigen eine gute Vorbereitung und pädagogische Qualifizierung, bevor sie zum ersten Mal eigenverantwortlich unterrichten.“

Gegenüber der NP teilte das Kultusministerium mit, dass man zum 1. Februar 2019 auch Quereinsteigern die Möglichkeit geben wolle, an Einführungstagen teilzunehmen. Denkbar seien drei Tage vor Unterrichtsbeginn. Eine konkrete Planung gebe es allerdings noch nicht, derzeit erarbeite das Ministerium ein Konzept zur berufsbegleitenden pädagogisch-didaktischen Qualifizierung von Quereinsteigern

Försterling bewertet das Handeln als Vorgaukeln von Aktionismus: „Wenn das Erlernen pädagogischer Fähigkeiten innerhalb kürzester Zeit funktionieren würde, wäre die Lehrerausbildung vollkommen obsolet.“

Grüne fordert, sich an anderen Bundesländern zu orientieren

Auch Julia-Willie Hamburg sieht darin keine Verbesserung. „Das ist noch immer nicht ausreichend“, urteilt sie. Besonders, dass die Vorbereitungsmaßnahmen freiwillig sind, sei ein Problem. Hamburg fordert deswegen, sich an anderen Bundesländern ein Beispiel zu nehmen: „Niedersachsen steht vollkommen allein damit da, die Quereinsteiger unvorbereitet in den Unterricht zu schicken. Die Landesregierung verkennt, dass eine Vorbereitungsphase vor dem Quereinstieg dringend notwendig ist.“ Dabei solle es um eine besondere Förderung gehen. Und nicht um die gleiche, die ausgebildete Lehrer bekommen. Denn im Gegensatz zu ihnen haben Quereinsteiger nun mal keine pädagogische Ausbildung.

Laura Pooth, Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, sieht vor allem die nachrangig eingestellten Lehrer bei der neuen Regelung des Landes im Nachteil: „Die werden gleich ins kalte Wasser geschmissen.“ Anders als in anderen Bundesländern sei in Niedersachsen die Unterrichtsverpflichtung schon zu Beginn sehr hoch. Die GEW-Vorsitzende fordert daher: „Die Quereinsteiger müssen entlastet und besser nachqualifiziert werden, damit sie sich leichter in den Schulalltag einfinden können.“ Das sieht sie in dem vagen Konzept der Landesregierung noch nicht. Allerdings sei es lobenswert, dass das Problem überhaupt Gehör gefunden habe.

Von Mandy Sarti

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