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Niedersachsen Fraktionschefin Guth strebt AfD-Landesvorsitz an
Nachrichten Niedersachsen Fraktionschefin Guth strebt AfD-Landesvorsitz an
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17:02 11.01.2018
Dana Guth, Vorsitzende der niedersächsischen AfD-Landtagsfraktion. Quelle: Holger Hollemann/Archiv
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Hannover

Die Fraktionschefin der niedersächsischen AfD, Dana Guth, will Landesvorsitzende ihrer Partei werden. "Wenn es zu einer Wahl kommt, werde ich zur Verfügung stehen", sagte die 47-Jährige am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover zu Recherchen des NDR Regionalmagazins Hallo Niedersachsen.

Die AfD will an diesem Wochenende in Hannover-Misburg zu einem Sonderparteitag zusammenkommen. Mehrere Kreisverbände hatten das Treffen gefordert, da sie über eine Abwahl des Landesvorstands entscheiden wollen. Dabei geht es vor allem um den umstrittenen Landesparteichef und Bundestagsabgeordneten Paul Hampel (60). Parteiinterne Gegner werfen dem ehemaligen Fernsehjournalisten diktatorischen Führungsstil und verletzende persönliche Attacken vor. Selbst ehemalige Hampel-Getreue wie seine Stellvertreter Jörn König und Oliver Westphal haben sich von ihm abgewandt. Auch mit Fraktionschefin Guth liegt Hampel überkreuz.

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Bereits am Abend der Landtagswahl am 15. Oktober hatten sechs Mitglieder des Landesvorstandes Hampels Amtsführung kritisiert und eine Neuwahl der Parteispitze gefordert. Bei der Landtagswahl holte die AfD 6,2 Prozent der Stimmen - deutlich weniger als im Bund. Im November hatte der Landesvorstand einen Sonderparteitag beschlossen, auf dem über die Ab- und Neuwahl des Landesvorstandes entschieden werden soll. Laut Satzung sind für die Einberufung des Sonderparteitags die Beschlüsse von mindestens zehn Kreisverbänden nötig - 21 Kreisverbände sollen die Forderung unterstützt haben.

Um die Einladung zu dem Parteitag gab es ein kurioses Hickhack. Während die Vize-Landesvorsitzenden und Hampel-Gegner Jörn König und Wilhelm von Gottberg nach Hannover-Misburg einluden, rief Hampel die Mitglieder für das gleiche Datum in Gieboldehausen bei Göttingen zusammen. Schließlich machte der Landeschef einen Rückzieher und beendete damit die Posse. Nun soll das Treffen doch in Misburg stattfinden.

Ob es dabei zur Abwahl Hampels kommt, ist jedoch fraglich. Notwendig für die Abwahl des Landesvorstands oder einzelner Mitglieder ist eine Zweidrittelmehrheit. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir die nötigen Stimmen zusammenbekommen", sagte der Landesvize Oliver Westphal.

Fraktionschefin Guth war im vergangenen Jahr schon einmal gegen Hampel um den Landesvorsitz angetreten, konnte die Wahl aber nicht für sich entscheiden.

dpa