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Niedersachsen EU-Verhandlungsführer warnt Firmen vor Zeit nach dem Brexit
Nachrichten Niedersachsen EU-Verhandlungsführer warnt Firmen vor Zeit nach dem Brexit
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10:43 24.04.2018
Michel Barnier, der Beauftragte der EU-Kommission für die Austrittsverhandlungen mit dem Vereinigten Königreich.
Michel Barnier, der Beauftragte der EU-Kommission für die Austrittsverhandlungen mit dem Vereinigten Königreich. Quelle: Philipp von Ditfurth
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"Wir geben euch mehr Zeit - 21 Monate -, um euch vorzubereiten", sagte Barnier am Montag am Rande der Hannover Messe vor Unternehmensvertretern. "Aber bitte nützt diese Zeit sorgfältig. Diese Zeit ist kurz." Die Firmen müssten sich auf alle möglichen Szenarien vorbereiten, wie Großbritannien die EU Ende März 2019 verlassen könnte. Es dürfe kein "business as usual" (Normalbetrieb) herrschen.

Brüssel und London hatten sich im März auf einen Großteil des Abkommens über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union im Frühling 2019 sowie eine Übergangsfrist bis Ende 2020 geeinigt. Während dieser sollen der EU-Binnenmarkt und die Zollunion weiter gelten. Barnier beruhigte die Firmen: "In dieser Zeit darf es keine Abweichung vom Vereinten Königreich geben."

Barnier sagte, es sei nun an London, seine Vision für die künftige Zusammenarbeit zu präsentieren, damit die Verhandlungen weitergehen können. "Alle Modelle für Drittstaaten stehen dem Vereinigten Königreich zur Verfügung wenn sie möchten", fügte er an. Solche Drittstaaten sind etwa Norwegen oder die Schweiz, die mit der EU ein Freihandelsabkommen und bilaterale Verträge haben. Barnier betonte, dass zu solchen Verträgen allerdings immer eine Mitgliedschaft im EU-Binnenmarkt gehöre.

Die verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten rief Barnier zur Einheit auf: "Die Zukunft der EU ist viel wichtiger als der Brexit."

dpa