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Niedersachsen Bomann-Museum widmet sich Kriegsgefangenen
Nachrichten Niedersachsen Bomann-Museum widmet sich Kriegsgefangenen
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10:42 25.05.2018
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Celle

Acht Kilometer entfernt vom Zentrum der Kleinstadt gab es im Dorf Scheuen ab September 1914 ein auf etwa 10 000 Häftlinge ausgelegtes Barackenlager. Darüber hinaus waren im Celler Schloss mitten im Stadtkern etwa 250 "Zivilgefangene höherer Lebensstellung" interniert, darunter zeitweise der damalige Bürgermeister von Brüssel, Adolphe Max. Dies sei einmalig im Deutschen Kaiserreich gewesen, teilte das Museum mit.

Anhand von Tagebüchern, Zeichnungen, Grafiken, Gemälden und Fotografien wird in der bis zum 11. November laufenden Schau "Hinter Stacheldraht. Die Kriegsgefangenenlager in Celle 1914-1918" der Alltag der Häftlinge gezeigt. "Ein Tagebuchschreiber schildert zum Beispiel die "Lageruniversität"", sagte Kuratorin Hilke Langhammer am Freitag. "Die Gefangenen bauten ein eigenes Bildungsprogramm auf, um dem Lagerkoller zu entkommen."

Für das Projekt wurden Leihgaben aus dem In- und Ausland zur Verfügung gestellt, darunter eine große Sammlung von Objekten, Grafiken und Gemälden aus Italien.

Insgesamt gab es im Ersten Weltkrieg in Deutschland nach Angaben von Langhammer zwei Millionen Kriegsgefangene, weltweit rund acht Millionen. Die Häftlinge in Celle stammten aus Russland, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien. Sie hatten der Kuratorin zufolge kaum Kontakt zur heimischen Bevölkerung.

dpa