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Niedersachsen Frühjahrsaufschwung: Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter
Nachrichten Niedersachsen Frühjahrsaufschwung: Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter
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11:53 27.04.2018
Die Agentur für Arbeit gibt die Arbeitmarktzahlen bekannt.
Die Agentur für Arbeit gibt die Arbeitmarktzahlen bekannt. Quelle: Jens Büttner/Archiv
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Hannover

Der Frühjahrsaufschwung hat die Zahl der Jobsucher in Niedersachsen weiter sinken lassen. Im April waren 231 680 Menschen auf Jobsuche, 2,6 Prozent weniger als im März und 5,6 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Hannover bekannt. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf 5,4 Prozent. Wenn es wärmer wird werden in saisonabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe oder der Gastronomie wieder mehr Arbeitskräfte gebraucht.

Probleme bereitet jedoch der Fachkräftemangel. "Auf dem Arbeitsmarkt wird zunehmend ein Passungsproblem deutlich", erklärte Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen. Betriebe suchten Experten, doch etwa die Hälfte der Arbeitslosen sei nur auf Helferniveau einsetzbar. Weiterbildung werde immer wichtiger.

Von der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt profitierten auch Menschen, die bisher weniger Chancen auf eine Anstellung hatten. Die Unterbeschäftigung, die auch Arbeitsuchende einschließt, die etwa gerade an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind, sank gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent auf 320 135 Personen. Diese Menschen werden nicht als Arbeitslose gezählt. Zu der Gruppe zählen auch viele Flüchtlinge, die etwa noch Sprachkurse besuchen.

Nach Angaben des DGB versteckt sich hinter den Zahlen jedoch noch ein weiteres Problem. So seien trotz sinkender Arbeitslosenquote und wirtschaftlichen Wachstums 85 480 Menschen in Niedersachsen mindestens ein Jahr ohne Arbeit. Neben diesen offiziell Langzeitarbeitslosen sind in der Statistik aber noch weitere, die schon länger arbeitslos sind. Langzeitarbeitslose etwa gelten wieder als Kurzzeitarbeitslose, wenn sie an einer Schulungsmaßnahme teilgenommen haben oder länger erkrankt waren. Insgesamt seien allein in Niedersachsen 258 000 Menschen erwerbsfähig, bezögen aber seit mehr als zwei Jahren Hartz-IV-Leistungen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte daher, dass Langzeitarbeitslose auf freiwilliger Basis einen gemeinnützigen Arbeitsplatz mit regulärem Arbeitsvertrag und tariflicher Bezahlung angeboten bekommen. "Viele Menschen in Niedersachsen haben trotz guter Konjunktur auf absehbare Zeit keine Chance, einen regulären Job zu finden", kritisierte Mehrdad Payandeh, der DGB-Vorsitzende in Niedersachen. Das sei inakzeptabel, betonte er und forderte: "Es gibt enorm viel Bedarf an einer besseren sozialen Infrastruktur."

Am höchsten ist die Arbeitslosenquote in Niedersachsen in den Städten Wilhelmshaven (10,9) und Salzgitter (9,7). Am niedrigsten ist sie weiterhin im Westen des Landes - besonders im Emsland (2,5), in Osnabrück und der Grafschaft Bentheim (je 3,2). Im Bundesland Bremen hat sich die Zahl der Arbeitslosen im April im Vergleich zum Vormonat März nur um 16 Menschen auf 35 396 Arbeitssuchende leicht verändert, die Arbeitslosenquote blieb bei 10,1 Prozent.

dpa