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Niedersachsen Tonne: „Stellenbesetzung war ein echter Knochenjob“
Nachrichten Niedersachsen Tonne: „Stellenbesetzung war ein echter Knochenjob“
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07:00 13.09.2019
Will an der Dorflehrerprämie festhalten: Kultusminister Grant Hendrik Tonne will im Spätherbst mit der Planung einen Schritt weiter sein. Quelle: Foto: dpa
Hannover

. Mit der NP spricht Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) über die Forderung, mehr Lehrkräfte einzustellen.

Herr Tonne, Sie haben für das neue Schuljahr 1900 Stellen ausgeschrieben, wie viele sind inzwischen besetzt?

Stand heute konnten wir 1777 neue Lehrkräfte für den Dienst gewinnen. Das war allerdings ein echter Knochenjob für die Landesschulbehörde und das Ministerium.

Das ist schwer verständlich. Ihr Haus hat doch erst kürzlich mitgeteilt, dass rund 2400 Bewerbungen eingegangen sind.

Das stimmt. Aber dabei wird vergessen, dass Lehrkräfte Wahlschulen und Wahlregionen angeben. Gewisse Standorte sind für sie aber schlicht unattraktiv. Außerdem besteht bei bestimmten Fächerkombinationen ein Überangebot. Nicht immer passen Stelle und Bewerber zusammen.

Wäre das nicht ein Grund, Studierende schon zum Hochschulstart besser auf die Realität vorzubereiten?

Wir müssen uns auf jeden Fall enger mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur verzahnen. Da sind wird dran. Dazu gehört auch, darüber nachzudenken, den Studierenden eine Empfehlung an die Hand zu geben, mit welchen Fächern sie garantiert eingestellt werden.

„Viele Lehrkräfte pokern“

Seit Monaten äußert die Bildungsgewerkschaft GEW Kritik, dass sie zu wenig Stellen ausschreiben. Wieso?

Mir ist es unerklärlich, nach welcher Rechnung die GEW darauf kommt, dass wir 600 Stellen zu wenig ausgeschrieben hätten. Ausschreibungen alleine helfen uns nämlich nicht, sondern die tatsächlich besetzten Stellen. Und in der Vergangenheit hat sich gezeigt: Die Entscheidungsfindung ist bei den Lehrkräften leichter, wenn die Stellen bedarfsgerecht geplant sind und nicht künstlich in die Höhe geschraubt werden.

Das müssen Sie genauer erklären.

Viele Lehrkräfte pokern, weil sie angesichts des Fachkräftemangels einen hohen Marktwert haben. Nicht wenige schlagen im Bewerbungsverfahren zunächst ein Angebot aus, weil der Standort oder die Schule nicht ihrem ursprünglichen Wunsch entsprechen. Einige Lehrkräfte hoffen dann darauf, dass wir für sie eine Stelle an ihrer Wahlschule schaffen und die unbesetzten Stellen mit Abordnungen füllen. Das haben wir in der Vergangenheit in Teilen auch so gemacht. In diesem Jahr haben wir uns allerdings dagegen entschieden, um die Schulen in der Fläche bestmöglich zu versorgen. Mit Erfolg. Was wir auch daran sehen können, dass wir seit Schuljahresbeginn rund 60 weitere Stellen besetzen konnten.

Um die Situation in ländlichen Regionen zu verbessern, haben Sie die sogenannte Dorflehrerprämie ins Spiel gebracht. Bis jetzt gab es dafür allerdings bloß viel Kritik.

Seit 2017 ist es dem Land möglich, Beamtinnen und Beamten einen Personalgewinnungszuschlag zu zahlen und das wollen wir auch umsetzen. Das ist aber ein ganz neues Feld. Deswegen arbeiten wir im Moment daran, die Modellregionen für ein Sonderprogramm festzulegen. Der finanzielle Anreiz ist dabei einer von mehreren, die wir testen wollen. Die Prüfungen hierzu laufen, im Spätherbst wollen wir in der Planung einen Schritt weiter sein.

Von Mandy Sarti

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