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Niedersachsen Streit mit Verdi lässt Verhandlung über Diakonie-Tarife platzen
Nachrichten Niedersachsen Streit mit Verdi lässt Verhandlung über Diakonie-Tarife platzen
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18:55 09.02.2011
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Obwohl Verdi bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch sitzt, war die Gewerkschaft mit der Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn an die Öffentlichkeit getreten. Diakonie und Verdi streiten seit längerem über die Möglichkeit der Einflussnahme der Gewerkschaft auf die Entgeltverhandlungen. Für diese gilt ein kircheninterner Sonderweg.

In vielen Einrichtungen der Kirche werden die Arbeitsbedingungen nicht durch herkömmliche Tarifverträge geregelt. Die Kirchen gehen vielmehr einen „Dritten Weg“: Sie verhandeln in Kommissionen, die paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern besetzt sind. Gibt es keine Einigung, entscheidet eine Schiedskommission. Einen Arbeitskampf gibt es nicht. Vor Gericht hatte Verdi indes ein Streikrecht einklagen wollen - mit einem Teilerfolg im Januar vor dem Landesarbeitsgericht Hamm. Im Streit der Gewerkschaft mit Kirche und Diakonie in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen entschied das Gericht, dass Streiks in kirchlichen Einrichtungen nicht ausnahmslos verboten sind.

Wie die Diakonie in Niedersachsen erklärte, sei Verdi als Partner bei den Verhandlungen willkommen - allerdings zu den in der Kirche geltenden Sonderkonditionen. Die Gewerkschaft wiederum ist seit einiger Zeit bestrebt, im kirchlichen Sektor mit den Spielregeln gewöhnlicher Tarifverhandlungen mitzumischen. Verärgert ist die Diakonie in diesem Zusammenhang über die Doppelrolle einiger Arbeitnehmervertreter, die in der Verhandlungskommission sitzen und zugleich Gewerkschaftsbelange vertreten.

dpa