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Niedersachsen Siebenschläfer macht Hoffnung auf sieben schöne Wochen
Nachrichten Niedersachsen Siebenschläfer macht Hoffnung auf sieben schöne Wochen
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22:36 28.06.2010
Von Mathias Klein
Keine Wolken am Himmel: Sonnenschirme als Schattenspender sind am Montag auf den Balkonen an einem Magdeburger Wohnhaus aufgespannt. Quelle: dpa
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„Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen so bleiben mag“, heißt der Spruch, den es auch in Varianten gibt.

„Das ist eine ganz tolle Bauernregel“, sagt Karsten Brandt von Bonner Wetterdienst Donnerwetter. Und der Meteorologe schränkt gleich ein: „Zumindest für Süddeutschland.“ Dort stimme die Regel in vier von fünf Fällen, das hätten statistische Erhebungen ergeben. Für den Norden ist die Wahrscheinlichkeit auf das Eintreffen der Bauernregel allerdings geringer. Für Hannover gibt es keine Erhebung, aber für Hamburg. Dort treffe die Regel in 60 Prozent der Fälle zu. Brandt vermutet, dass die Bauernregel immer sicherer anwendbar ist, je weiter man nach Süden geht. Für das südliche Niedersachsen mit dem Raum Hannover rechnet er daher damit, dass die Siebenschläfer-Vorhersage in zwei von drei Fällen stimmt.

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Eigentlich bezogen sich die wetterbeobachtenden Bauern nicht auf den 27. Juni, sondern auf den 7. Juli. Die gregorianische Kalenderreform im Jahre 1582 sorgte für eine Verschiebung um zehn Tage. Brandt macht aber auch klar, dass es nicht allein um einen einzelnen Tag geht. „Die Bauern waren schlauer, als wir denken, die haben sich natürlich auch die Wetterlage um den Tag herum angeschaut“, sagt der Meteorologe. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hätten Experten die Verlässlichkeit der Bauernregel wissenschaftlich untersucht und eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit festgestellt. „Ende Juni und Anfang Juli gibt es häufig Hochdruckwetterlagen, die dann auch häufig länger bleiben“, erklärt Brandt.

In diesem Jahr könnte das aber anderes werden, als es die Bauernregel prognostiziert. „Die perfekte Hochdruckwetterlage hält sich zwar noch die ganze Woche“, sagt Brandt, „abgesehen von einzelnen Gewittern.“ Der Wetterexperte rechnet mit einer vielleicht zehntägigen Schönwetterperiode. Am Montag war es wieder fast überall sonnig und warm. Die Temperaturen lagen zwischen 27 und 33 Grad. Zum Wochenende hin könnte es jedoch weitere Gewitter geben. Für Mitte Juli rechnet der Meteorologe dann mit einem grundsätzlichen Wetterwechsel. „Dann könnte es ganz normales durchschnittliches Sommerwetter geben. Mal ein Sonnentag und dann auch wieder Regen“, sagt er. Alles in allem erwartet Brandt keine herausragend heiße Jahreszeit – trotz des schönen Siebenschläfertages. „Ich rechne aufgrund langfristiger Modelle eher damit, dass es ein Durchschnittssommer wird.“

Aber vorher dreht das gute Wetter erst noch einmal so richtig auf. Nach einem verhältnismäßig kühlen Tag am Mittwoch mit Temperaturen von „nur“ 25 Grad rollt von Donnerstag an eine Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 35 Grad heran. Auch in den darauffolgenden Nächten kühlt es nicht richtig ab, die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst erwarten Tiefsttemperaturen von 17 bis 20 Grad.