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20:47 01.10.2010
Von Saskia Döhner

Mehr Freiheit für Kommunen und Landkreise bei Schließung oder Zusammenlegung von Schulen, der Erhalt des freien Elternwillens sowie die Senkung der Mindestzügigkeit und der Wegfall der Schülerprognosen auf 14 Jahre bei der Neugründung von Gesamtschulen – das sind die zentralen Forderungen, auf die sich Landespolitiker und Vertreter der Kommunal- und Bildungsverbände bei einem Gespräch auf Einladung des Landeselternrates weitgehend geeinigt haben. Vorsitzender Pascal Zimmer sprach nach dem zweistündigen Treffen am Donnerstagabend von einem „breiten Konsens“.

Inklusion, also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen, soll Aufgabe aller Schulen sein. Statt eine neue Schulform einzuführen, wie sie etwa die FDP („Niedersachsenschule“) oder die Grünen („Gemeinschaftsschule“) vorgeschlagen hatten, sollten alle weiterführenden Schulformen fortbestehen, hieß es. GEW-Chef Eberhard Brandt riet von der Erfindung neuer Schulformen ab. Es sei nicht ratsam, Bewährtes zu zerschlagen. Auf lange Sicht wird die Hauptschule, die bei Eltern immer unbeliebter wird, aber wahrscheinlich vor allem in den Großstädten nicht überleben können.

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) begrüße die breite Debatte, die es derzeit zur Fortentwicklung des Schulwesens in Niedersachsen gebe, ausdrücklich, ließ er über eine Sprecherin mitteilen: „Für konstruktive Vorschläge sind wir immer offen.“

Während Kommunalverbände seit Langem kritisieren, dass neue Integrierte Gesamtschulen fünf Klassen und neue Kooperative Gesamtschulen vier Klassen pro Jahrgang haben müssen, hält der Philologenverband diese Gründungsvorgaben für unerlässlich. An kleinen Gesamtschulen seien die notwendigen Unterrichtsdifferenzierungen nicht möglich, sodass dort ein gymnasiales Niveau nur vorgetäuscht werde, sagte Verbandsvorsitzender Horst Audritz gestern. CDU und FDP reagierten auf den Konsens vom Donnerstagabend zurückhaltend. ­Althusmann will sein Konzept nach den Herbstferien Ende Oktober vorstellen.

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