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Niedersachsen Schünemann will eventuelle neue Beweise gegen Rocker genau prüfen
Nachrichten Niedersachsen Schünemann will eventuelle neue Beweise gegen Rocker genau prüfen
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14:58 04.06.2012
Wenn niedersächsische Clubs der Rockergruppierung "Hells Angels" verboten werden könnten, will Innenminister Schünemann das machen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Ermittler in seinem Bundesland stünden mit denen im nördlichen Nachbarland in ständigem Kontakt, sagte er der "Leipziger Volkszeitung" vom Freitag.

Falls sich die vom dem Angeklagten in dem Prozess in Kiel geäußerten Vorwürfe erhärteten, gebe es "auf jeden Fall einen Anfasser" für ein mögliches Verbot in Niedersachsen. Wenn niedersächsische Clubs der Rockergruppierung "Hells Angels" verboten werden könnten, werde dies gemacht, sagte Schünemann. Es müsse aber abgewartet werden, ob die Hinweise "gerichtsfest" seien. Bislang hätten die Ermittler keine Beweise, die ein Verbot von Ablegern in dem Bundesland erlaubten.

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Andere Länder hatten bereits mehrfach Clubs der "Hells Angels" oder anderer Rockerclubs verboten, weil diese in kriminelle Geschäfte verwickelt gewesen sein sollen. Mangels Belegen für eine überregionale zentrale Steuerung sind Verbote gegen derartige Gruppierungen bislang allerdings nur einzeln möglich.

Ein seit November in Kiel vor Gericht stehender ehemaliger Anführer einer mit den "Hells Angels" verbündeten Rockergruppe hatte am Donnerstag auch über die angebliche Rolle anderer Personen in der Szene ausgesagt. Berichten zufolge behauptete er unter anderem, der Anführer der "Hells Angels" aus Hannover, Frank Hanebuth, habe einen Mord in Kiel in Auftrag gegeben. Demnach berief er sich aber lediglich auf Aussagen, die andere Rocker in seinem Beisein gemacht haben sollen.

Hanebuth gilt als ein führender "Hells Angels" in Deutschland. Er selbst hatte stets betont, er sei ausschließlich Chef des Ablegers in Hannover. Der Kieler Angeklagte muss sich unter anderem wegen Zuhälterei, Nötigung und Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Anführer der örtlichen "Hells Angels"-Unterstützertruppe "Legion 81" zudem vor, er habe einen anderen Rocker zu einer gefährlichen Körperverletzung anstiften wollen.

Nach Angaben der Gerichtssprecherin soll er laut Anklage angeordnet haben, einem Mann ins Bein zu schießen. Der Angesprochene führte die Tat aber nicht aus. Der Angeklagte war im Mai vergangenen Jahres festgenommen worden.