Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Reparatur der „Gorch Fock“ verzögert sich weiter
Nachrichten Niedersachsen Reparatur der „Gorch Fock“ verzögert sich weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:49 13.11.2018
Das Schulschiff der Marine, die «Gorch Fock», läuft unter Segeln über die Kieler Förde. Quelle: Carsten Rehder/dpa (Archiv)
Anzeige
Berlin

„Es deutet sich eine zeitliche Verzögerung an“, sagte ein Marinesprecher am Dienstag. „Alles andere wird dann bewertet.“ Nach einem Bericht des NDR und des ARD-Hauptstadtstudios dauert die Instandsetzung des Dreimasters ein weiteres Jahr länger. Statt wie geplant im Frühjahr kommenden Jahres werde das Schulschiff der Bundesmarine voraussichtlich erst im April 2020 wieder zur Verfügung stehen. Das hätten Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums bestätigt. Die Masten hätten noch nicht wieder eingesetzt werden können und es gebe Probleme mit dem Wiedereinbau des Motors.

Der gesetzte Kostenrahmen werde zum derzeitigen Zeitpunkt eingehalten, sagte der Marinesprecher. Sie sind mit bis zu 135 Millionen Euro veranschlagt. Ursprünglich waren für die Arbeiten zehn Millionen Euro veranschlagt worden. Den Auftrag für die Instandsetzung des 1958 gebauten Dreimasters hatte die Elsflether Werft in Niedersachsen erhalten, die aber ein Dock in Bremerhaven nutzt.

Anzeige

Gravierende Mängel bei Überprüfung

Der Zustand des Schiffs erwies sich dabei nach Marineangaben aber als deutlich schlechter als vermutet. „Um nur die größten Posten zu nennen: Alle Masten, Rahen, Stengen und der Bugspriet wurden beziehungsweise werden nachgebaut und ausgetauscht, große Teile der Außenhaut wurden erneuert, das Oberdeck und Zwischendeck wurden vollständig ausgetauscht, wie auch das Kartenhaus insgesamt erneuert wird“, hatte ein Sprecher dazu im August gesagt. Außerdem wird der Dieselmotor ausgebaut und komplett überholt.

Wegen der Kosten hatte auch der Bundesrechnungshof ein Prüfverfahren eingeleitet. Der Bund der Steuerzahler hatte kritisiert, ein Neubau wäre billiger geworden als die Instandsetzung. In diesem Jahr hatte die Marine das rumänische Schwesterschiff „Mircea“ als Ersatz genutzt.

RND/dpa