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Niedersachsen Niedersachsens neue Elite-Uni?
Nachrichten Niedersachsen Niedersachsens neue Elite-Uni?
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22:54 09.10.2009
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Das Wissenschaftsministerium und die beteiligten Universitäten aus Hannover, Braunschweig und Clausthal prüfen in einer Klausurtagung, ob sich die NTH 2010 für die Exzellenzinitiative bewerben soll – und den Status einer „Elitehochschule“ anpeilt.

Für den Zweck einer solchen Bewerbung, die einen Antragsteller mit entsprechender Größe voraussetzt, war die NTH 2008 ins Leben gerufen worden. Doch es gibt aus der Mitte der Hochschulprofessoren Bedenken, ob die NTH bereits die Stärke besitzt, mit einem überzeugenden Konzept anzutreten. Nötig wäre dann auch ein Bekenntnis, dass die neue Hochschule weitere Schritte zum Zusammenwachsen unternimmt. Und das fällt vielen schwer.

Hinzu kommen erhebliche praktische Probleme bei einer NTH-Bewerbung. Ein über niedersächsische Grenzen herausragendes Projekt fehlt bislang. Ob es die Energieforschung sein kann? Immerhin waren NTH-Professoren zugegen, als Ministerpräsident Christian Wulff in den USA energiepolitische Kontakte knüpfte. Wenn es um „Exzellenz“ geht, also hervorstechende Forschung, liegt vor allem in Hannover eher eine andere Lösung nahe: Mit den Projekten „Rebirth“, einem medizinischen Forschungsverbund, und „Quest“, das sich um Quanten- und Gravitationsphysik dreht, sind die hannoverschen Hochschulen Leibniz-Uni, MHH und TiHo bereits mustergültig aufgestellt. Sie haben bei früheren nationalen Exzellenzwettbewerben gut abgeschnitten. Noch sperrt sich die MHH, aber denkbar wäre auch eine gemeinsame Bewerbung der drei hannoverschen Hochschulen um den Status der Elite-Universität – unter der Federführung einer Hochschule. Nur: Dies würde man wohl in Braunschweig und Clausthal als einen Affront werten.

Einige Professoren hoffen auf eine Wegweisung von Minister Lutz Stratmann (CDU), andere befürchten, der Minister könne sich über Bedenken hinwegsetzen und eine NTH-Bewerbung verlangen. Staatssekretär Josef Lange ließ gestern keinen Zweifel daran, dass er eine Aktivität der NTH erwartet: „Eine der Hauptaufgaben wird sein, dass die NTH den Prozess bis zur Antragstellung zielgerichtet gestaltet.“

Während der Präsident der Leibniz-Uni in Hannover, Prof. Erich Barke, keinen Kommentar abgeben will, betont sein Clausthaler Kollege Prof. Thomas Hanschke: „Ich wünsche mir, dass die NTH sich bewirbt und auch ein Zukunftskonzept dafür entwirft.“ Braunschweigs TU-Präsident Jürgen Hesselbach hofft auf „eine gemeinsame Initiative“, die NTH und die MHH einbindet.

von Juliane Kaune und Klaus Wallbaum

Margit Kautenburger 09.10.2009
09.10.2009