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Nachrichten Niedersachsen Niedersachsen bei gemeinsamem Unterricht abgeschlagen
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22:22 29.11.2010
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Der Ausbau des gemeinsamen Unterrichts für behinderte und nichtbehinderte Kinder kommt in Niedersachsen nur schleppend voran. Bremen belegt im bundesweiten Vergleich dagegen einen Spitzenplatz. In der Hansestadt werden fast 40 Prozent der Schüler mit Förderbedarf gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Der bundesweite Durschnitt liegt bei 18,4 Prozent. Niedersachsen erreicht gerade mal 6,6 Prozent.

In internationalen Abkommen hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, den sogenannten inklusiven Unterricht auszubauen. Doch die Untersuchung des Bildungsforschers Klaus Klemm zeigt, dass der gemeinsame Weg für viele behinderte Kinder mit den Altersgenossen mangels geeigneter Plätze in den Schulen bereits nach der Kita zu Ende ist.

In Bremen geschieht dies meist beim Übergang zur weiterführenden Schule. Der Studie zufolge spielten und lernten im kleinsten Bundesland im vergangenen Jahr 93 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf in einer Kita gemeinsam mit anderen. In Niedersachsen waren es 37 Prozent und damit deutlich weniger als im bundesweiten Durchschnitt, der rund 60 Prozent beträgt.

Auch in der Grundschule werden nach Angaben der Forscher in Bremen noch 90 Prozent der Behinderten gemeinsam mit anderen Schülern unterrichtet - deutlich mehr als die bundesweiten 34 Prozent. Anschließend besuchten in der Hansestadt aber nur noch 13 Prozent der betroffenen Kinder in der Sekundarstufe 1 eine Regelschule. Damit sinkt ihr Anteil unter den bundesweiten Wert von 15 Prozent.

Für Niedersachsen sei eine Auswertung für Grundschule und Sekundarstufe 1 nicht möglich, weil die entsprechenden Daten fehlten, erläuterten die Experten. 2009 hatten rund 40.000 niedersächsische Kinder einen Sonderförderbedarf - das sind 4,7 Prozent aller Schüler. In Bremen waren es 4500 Schüler und damit 7,5 Prozent. Die bundesweite Förderquote liegt bei 6 Prozent.

„Notwendig ist der konsequente Umbau in Richtung inklusive Schule“, sagte der Bildungsexperte im Stiftungsvorstand, Jörg Dräger. Vom gemeinsamen Unterricht profitierten nicht nur die schwächeren Schüler. Studien hätten gezeigt, „dass gute Schüler in der Leistung nicht abfallen, aber ihre sozialen Kompetenzen stärken.“

dpa